Das Schweigen zum Klima – Olympia-Referendum am 31. Mai

BUND Hamburg Kommentar zur Vorstellung des Hamburger Olympiakonzepts
„Das Konzept scheint durchdacht, ein Olympia der kurzen Wege ist geplant, mit einem „Olympischen Band“ aus Parks und Grünflächen: vernetzt, grün und nachhaltig.

 

Was in dieser langen Pressekonferenz fehlte, war die Klimabilanz der Spiele.

Olympische Spiele sind ein globales Massenereignis, das über die Jahre dank immer mehr teilnehmende Sportarten zunehmend größer wurde. Hunderttausende Zuschauer, tausende Athletinnen und Athleten, Funktionäre und Medienvertreter aus aller Welt reisen an, viele davon per Flugzeug. Die bislang nachhaltigsten Spiele in Paris produzierten knapp 2,1 Millionen Tonnen CO₂. Das kann kein Radweg, keine Grünfläche noch eine U-Bahn in Hamburg kompensieren.

Fachleute sind sich einig: Olympia kann in der jetzigen Gestaltung nicht klimakompatibel sein. Nicht weil die Gastgeberstadt versagt. Sondern weil das Geschäftsmodell globale Mobilität voraussetzt. Das lässt sich nicht wegplanen.

Der BUND Hamburg fordert die heute angekündigte grüne Infrastruktur und die Vernetzung von Grünflächen sowie den Ausbau des Fuß-, Fahrrad- und öffentlichen Verkehrs, ohne ein Megaevent Olympia.“ sagt Sabine Sommer, Vorsitzende BUND Hamburg.

Pressemitteilung BUND Hamburg


Olympia-Bewerbung: Senat bleibt zentrale Antworten zu Flugverkehr, Emissionen und Lärmbelastung schuldig
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Anfrage des Umweltverbands zeigt: Weder zusätzliche Flugbewegungen noch Emissionen und Lärmbelastungen sind bislang quantifiziert
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Hamburg, 17. März 2026 – Der Hamburger Senat wirbt für eine Bewerbung um Olympische Spiele, kann jedoch zentrale Fragen zu den Auswirkungen auf Luftverkehr, Klima und Fluglärm bislang nicht beantworten. Das geht aus einer Anfrage des Umweltverbands BIG Fluglärm Hamburg hervor. Besonders unklar bleibt, wie viele zusätzliche Flugbewegungen und Emissionen durch die Spiele entstehen würden.

Während Senat und politische Unterstützer*innen die Bewerbung als nachhaltig und zukunftsweisend darstellen, fehlt es bislang an belastbaren Grundlagen für eine zentrale Dimension der Spiele: den internationalen Flugverkehr.

Der Umweltverband hatte den Senat konkret zu den zu erwartenden Auswirkungen des olympischen Flugverkehrs befragt. Gegenstand der Anfrage waren unter anderem zusätzliche Flugbewegungen, die daraus resultierenden Treibhausgasemissionen, mögliche zusätzliche Nachtflüge sowie Schutzmaßnahmen für die betroffene Bevölkerung.

Die Antworten der zuständigen Behörde bleiben jedoch weitgehend unverbindlich oder ausweichend. So erklärt der Senat, dass die finale Ausgestaltung des Verkehrskonzepts noch aussteht. Eine belastbare Aussage zur CO₂-Bilanz einer Austragung in Hamburg könne derzeit nicht getroffen werden. Auch zu zusätzlichen Fluglärmbelastungen – insbesondere in den Nacht- und Randzeiten – liegen keine Angaben vor.

Gleichzeitig verweist die Stadt darauf, dass internationale Verkehrsdrehkreuze wie Berlin und Kopenhagen sowie weitere norddeutsche Flughäfen in die Anreise einbezogen werden könnten. Große Teile der internationalen Reiseketten lägen zudem außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Stadt.

„Der Senat bewirbt ein globales Megaevent, ohne beantworten zu können, welche zusätzlichen Flugbewegungen, Emissionen und Lärmbelastungen tatsächlich entstehen werden“, erklärt Martin Mosel, Vorsitzender des Umweltverbands BIG Fluglärm in Hamburg.

Ein Blick auf die jüngsten Olympischen Spiele zeigt jedoch die Größenordnung solcher Effekte: Bei den Olympischen und Paralympischen Spielen Paris 2024 entstanden laut offizieller Nachhaltigkeitsbilanz rund 2,1 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Der größte Teil dieser Emissionen entfiel auf die internationale An- und Abreise von Zuschauerinnen und Zuschauern, Delegationen und Medien – und damit überwiegend auf den Luftverkehr.

Nach der Methodenkonvention 4.0 des Umweltbundesamtes sind für das Emissionsjahr 2024 Klimakosten für den Luftverkehr von rund 1.014 Euro pro Tonne CO₂-Äquivalent anzusetzen. Das Umweltbundesamt weist ausdrücklich darauf hin, dass die Klimawirkung durch zusätzliche Effekte in großer Höhe deutlich höher liegt und hierfür ein Faktor von 3 als geeignete Näherung verwendet werden kann. Auf dieser Grundlage verursachen die Emissionen der Spiele gesellschaftliche Klimakosten in der Größenordnung von über 2 Milliarden Euro.

„Diese Klimakosten sind eine gigantische offene Rechnung jeder Olympia-Bewerbung“, so Mosel. „Wer über nachhaltige Spiele spricht, muss erklären, wie diese Emissionen vermieden oder zumindest realistisch bilanziert werden sollen.“

Besonders kritisch bewertet der Umweltverband, dass die Stadt einerseits ein klimaneutrales Mobilitätskonzept innerhalb Hamburgs in Aussicht stellt, andererseits aber erklärt, dass die entscheidenden Teile der internationalen Mobilität nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fallen.

„Genau dort entstehen aber die größten Emissionen“, sagt Mosel. „Die zentrale Klimafrage olympischer Spiele liegt im Flugverkehr – und genau dazu gibt es bislang keine belastbaren Zahlen.“

Der Umweltverband BIG Fluglärm in Hamburg fordert den Senat daher auf, vor weiteren politischen Entscheidungen eine vollständige und transparente Bilanz der klima- und verkehrsbedingten Auswirkungen einer möglichen Olympiabewerbung vorzulegen.

„Eine informierte Entscheidung der Hamburger Bevölkerung setzt voraus, dass die tatsächlichen Auswirkungen der Spiele offen auf dem Tisch liegen“, so Mosel. „Das ist derzeit nicht der Fall.“

Pressemitteilung Umweltverband BIG-Fluglärm


Olympia-Referendum am 31. Mai 2026
Unterschriftensammlung der Initiative NOlympia für eine weitere Stellungnahme im Informationsheft erfolgreich

Der Senat hat heute, am 17. März 2026, festgestellt, dass die Aufnahme der Stellungnahme der Initiative NOlympia in das Informationsheft zum Olympia-Referendum von mindestens 10.000 Wahlberechtigten unterstützt worden ist. Damit ist die Stellungnahme in das Informationsheft aufzunehmen.

Zum Hintergrund teilt der Landeswahlleiter folgendes mit: Mit der ab dem 22. April 2026 versandten Abstimmungsbenachrichtigung zum Olympia-Referendum erhalten die Stimmberechtigten ein Informationsheft, in dem die Bürgerschaft und der Senat jeweils auf acht Seiten zu der Bewerbung um Olympische und Paralympische Sommerspiele Stellung nehmen können. Eine weitere Stellungnahme ist aufzunehmen, wenn sie von mindestens 10.000 zur Bürgerschaft Wahlberechtigten unterstützt wird. Die Initiative NOlympia hat in dem Zeitraum vom 31. Januar bis zum 20. Februar für ihre Stellungnahme gesammelt und am 21. Februar 2026 nach eigenen Angaben 19.423 Unterschriften eingereicht. Die Gültigkeitsprüfung der Unterschriften hat ergeben, dass das Quorum erreicht worden ist. Nach Erreichen des Quorums wurde die Prüfung abgebrochen.

Pressemitteilung Behörde für Inneres und Sport

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