Deutschland übernimmt Verantwortung bei Meeresschutz

Greenpeace zum Beitritt Deutschlands zum UN-Hochseeschutzabkommen
Deutschland wird voraussichtlich heute (22.9.) offiziell das UN-Hochseeschutzabkommen (BBNJ-Abkommen) ratifizieren. Bereits im März 2026 hatte der Bundesrat dem Beitritt zugestimmt. Damit ist Deutschland künftig nicht nur Unterstützer, sondern Vertragspartei eines Abkommens, das erstmals einen verbindlichen Rahmen für den Schutz der Hohen See schafft.

Franziska Saalmann, Meeresbiologin bei Greenpeace Deutschland, begrüßt den Schritt und fordert von der Bundesregierung nun vollen Einsatz für die Umsetzung des Abkommens:

“Mit der wichtigen und überfälligen Ratifizierung des Abkommens übernimmt Deutschland Verantwortung für den Schutz der Meere. Die muss die Bundesregierung auf der ersten Meeres-COP im Januar 2027 auch wahrnehmen. Die Meere sind in einem katastrophalen Zustand – überhitzt und übernutzt. Um ihre Widerstandskraft zu stärken und ihre Erholung zu ermöglichen, brauchen wir wirksame Schutzgebiete. Gerade mal ein Prozent der Hohen See sind derzeit effektiv geschützt – das UN-Hochseeschutzabkommen muss diesen beschämend niedrigen Wert bis zum Jahr 2030 auf das internationale Ziel von 30 Prozent bringen. Dazu braucht es konkrete Schritte: Starke Schutzgebiete, klare Finanzierungszusagen und eine enge internationale Zusammenarbeit.

Auch beim Walschutz kann Deutschland handeln: Ein neues Schutzgebiet speziell für Wale könnte bereits beim Treffen der Internationalen Walfangkommission (IWC) Ende September erreicht werden und so beim Hochseeschutzabkommen wichtige Dynamik entfachen. Doch das Landwirtschaftsministerium verweigert der zuständigen Kommissarin die Teilnahme – ein fatales Signal. Wenn die Bundesregierung es ernst meint mit dem Meeresschutz, dann muss sie jetzt etwas dafür tun.”

Pressemitteilung Greenpeace

Dieser Beitrag wurde unter Natur veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.