Dioxinbelastung in der Boberger Niederung

Sanierung schreitet im Zeitplan voran
Seit Ende 2025 wird die massive Dioxinbelastung im nördlichen Bereich des Naturschutzgebietes Boberger Niederung durch die Abteilung Bodenschutz und Altlasten der BUKEA saniert. Umweltsenatorin Katharina Fegebank hat sich heute bei einem Vor-Ort-Termin über den aktuellen Stand der Arbeiten informiert. Ziel der voraussichtlich bis Ende 2027 laufenden Maßnahmen ist es, die betroffene Fläche durch einen vollständigen Bodenaustausch langfristig zu renaturieren und wieder sicher für die Naherholung zugänglich zu machen.

 

Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Die Folgen des Dioxinskandals der 80er-Jahre haben bis heute Auswirkungen auf die Natur in unserer Stadt. Das hat uns der Dioxinfund in 2018 schmerzhaft vor Augen geführt. Nach der Aufdeckung vor über 40 Jahren ging ein Ruck durch Hamburg – das verdanken wir vor allem engagierten Umweltorganisationen und Bürgerinitiativen, die entscheidend Druck gemacht und einfach nicht lockerlassen haben. Als Umweltbehörde haben wir dieses historische Erbe permanent im Blick. Unsere Expertinnen und Experten treiben die Sanierung hier in Boberg schnell und entschlossen voran. Mit dem vollständigen Bodenaustausch entfernen wir die Altlasten an dieser Stelle konsequent und geben den Hamburgerinnen und Hamburgern ein Stück gesunde, unbeschwerte Stadtnatur zurück.“

Die Ursache der Belastung

Im Jahr 2018 wurden bei Routineuntersuchungen deutlich erhöhte Dioxinwerte im Boden entdeckt. Es handelt sich mutmaßlich um ein historisches Abfallprodukt aus der Pflanzenschutzmittelproduktion des in Moorfleet ansässigen Chemieunternehmens Boehringer Ingelheim aus den 1960er-Jahren. Das Unternehmen beteiligt sich finanziell an den Sanierungsarbeiten. Nach dem Fund wurde der betroffene Bereich umgehend abgesperrt. Umfangreiche Analysen zeigten, dass der Schaden lokal begrenzt ist und sich vor allem auf den obersten Meter des Bodens im östlichen Teil einer Böschung konzentriert.

Der Ablauf der Sanierungsmaßnahmen

Bis Ende 2023 wurden auf einer Fläche von rund 1,6 Hektar aufwendige bauvorbereitende Maßnahmen durchgeführt. Hierzu gehörten innovative, bodenkontaktlose Baumfällungen zur Holzverwertung sowie der Schutz der Tierwelt durch Ersatzquartiere für Fledermäuse und Vögel sowie einen Amphibienzaun. Die eigentlichen Arbeiten zum Bodenaustausch haben Ende 2025 begonnen und werden voraussichtlich rund zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Ausblick und Renaturierung

Im Anschluss an den vollständigen Bodenaustausch ist eine umfassende Wiederbewaldung und Renaturierung der Fläche vorgesehen, um es uneingeschränkt wieder zur Naherholung zur Verfügung zu stellen. Die Umweltbehörde wird die Öffentlichkeit weiterhin regelmäßig über den Fortschritt der Maßnahmen informieren.

Weitere Informationen: https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/themen/boden-und-geologie/altlasten/untersuchungen-boberg

Pressemitteilung Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA)

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