NABU, Greenpeace und DUH zum neu
en Förderprogramm für E-Autos
NABU-Verkehrsreferent Christian Kopp anlässlich der Vorstellung des neuen Förderprogramms für E-Autos durch Bundesumweltminister Carsten Schneider:
„Der Hochlauf der Elektromobilität ist unverzichtbar für das Erreichen der Klimaziele. Der Preisunterschied zwischen Verbrennern und E-Autos nimmt kontinuierlich ab. Bis diese Lücke geschlossen ist, kann ein Förderprogramm der Bundesregierung ein sinnvolles Mittel sein. Ein Förderprogramm der Bundesregierung zur Schließung der Preislücke zwischen Verbrennern und E-Autos ist deshalb richtig und notwendig. Entscheidend ist aber das Wie: Fördergeld nach dem Gießkannenprinzip bringt den Durchbruch nicht.
Subventionen für teure Premium-Elektroautos gehen an der Realität vorbei. Wer den Massenmarkt erreichen will, muss gezielt bezahlbare E-Kleinwagen fördern – nur so kommt die Elektromobilität bei privaten Käuferinnen und Käufern wirklich an. Gleichzeitig braucht es mehr Fokus auf gewerbliche Flotten.
Programme wie „sozial & mobil“ zeigen, wo Förderung besonders effizient wirkt, etwa in der ambulanten Pflege. Klar ist dabei: Öffentliche Mittel dürfen ausschließlich batterieelektrischen Fahrzeugen zugutekommen. Scheinlösungen wie Plug-in-Hybride bremsen den Klimaschutz statt ihn voranzubringen.“
Pressemitteilung NABU
Greenpeace zu neuer E-Auto-Kaufprämie
Umweltminister Carsten Schneider (SPD) hat heute die Details zur geplanten Elektroautoförderung vorgestellt. Gefördert werden sollen neben rein elektrischen Autos auch Autos mit Verbrennungsmotor wie Plug-In-Hybride und Range-Extender. Die Förderung gilt für Haushalte mit einem Jahreseinkommen von maximal 80.000 Euro. Marion Tiemann, Greenpeace-Expertin für Mobilität, warnt vor falschen Anreizen:
“Die Bundesregierung will den Umstieg auf E-Autos erleichtern und Mobilität so klimafreundlicher und unabhängig von Öl machen. Das ist gut. Dicke SUVs und klimaschädliche Plug-In-Hybride zu fördern ist allerdings ein Irrweg, sozial und klimapolitisch. Förderung verdient, wer kleine, ressourcenschonende E-Autos für maximal 30.000 Euro kauft. Sonst belastet diese Förderung den Bundeshaushalt mit Geldgeschenken für diejenigen, die keine benötigen. Stattdessen sollte die Bundesregierung das Förderprogramm gegenfinanzieren, indem für neue, besonders klimaschädliche Verbrenner eine Abgabe zu zahlen ist.”
Pressemitteilung Greenpeace
Deutsche Umwelthilfe zu reaktivierten Kaufprämien für E-Autos und klimaschädliche Plug-In-Hybride:
„Milliardenschweres Geschenk für die Autohersteller“
Die heute von der Bundesregierung vorgestellten Kaufprämien für E-Autos und klimaschädliche Plug-In-Hybride (PHEV) sowie Fahrzeuge mit Range-Extender (REX) kritisiert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) als milliardenschweres Geschenk für Autohersteller ohne Lenkungswirkung.
Dazu DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch:
„Wieder bringt die Bundesregierung ein milliardenschweres Hilfsprogramm für die Autohersteller und auf Kosten der Steuerzahler auf den Weg. Einen Beitrag zum klima- und industriepolitisch dringend erforderlichen Hochlauf der Elektromobilität leistet die Bundesregierung mit diesem Programm nicht, da sie Verbrenner-Hybride mit hohem CO2-Ausstoß ebenfalls einbezieht. Gefördert werden Plug-In-Hybride und Fahrzeuge mit Range-Extender, die offiziell mit bis zu 60 g CO₂/km angegeben sind, obwohl die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass diese Werte irreführend sind. Plug-In-Hybride stoßen in der Praxis bis zu fünfmal mehr CO₂ aus und bieten somit kaum Klimavorteile gegenüber konventionellen Verbrennern. Ohne jegliche Effizienzvorgaben werden auch schwere E-SUV mit hohem Stromverbrauch mit Steuergeldern subventioniert – dem Klimaschutz bringt das nichts. E-Auto fahren wird mit diesem Förderprogramm nicht attraktiver: Während die Bundesregierung energieintensive Industrien beim Strompreis subventioniert, zahlen E-Auto-Fahrer bis zu 89 Cent pro Kilowattstunde Strom. Diese Kaufprämie legt erneut offen, wie planlos die Verkehrspolitik der Bundesregierung ist. Trotz milliardenschwerer Förderung lässt die Bundesregierung weiter eine wirksame Klimaschutzpolitik im Verkehrssektor vermissen.“
Pressemitteilung DUH