Eine freie Ukraine braucht Erneuerbare Energie

Ukrainische Organisationen und Greenpeace protestieren für klimafreundlichen Wiederaufbau ohne Investitionen für fossile Brennstoffe
Anlässlich der morgen beginnenden Internationalen Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine fordern Aktivist:innen ukrainischer Organisationen sowie von Greenpeace mit einem Windrad vor dem Kanzleramt, Klimaverträglichkeit zum Leitbild für den Wiederaufbau zu machen.

 

Das bedeutet: Umstieg auf Erneuerbare Energien, keine weiteren Investitionen in fossile Brennstoffe, umweltfreundlicher Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und Niedrigstenergiehäuser als Standard. Die Organisationen „Ecoaction”, „Razom We Stand”, „Vision Zero” und Greenpeace erwarten von Bundeskanzler Olaf Scholz, sich auf der Konferenz für dieses Ziel einzusetzen. „Die Ukraine hat jetzt die historische Chance, den Weg zu klimafreundlicher, unabhängiger Energie mit modernen Technologien einzuschlagen“, sagt Denys Tsutsaiev, Greenpeace-Kampaigner in Kiew für nachhaltigen Wiederaufbau. Die bisherigen Pläne verfehlen dieses Ziel aber deutlich – so wird etwa das Wort „Auto“ darin 195-mal erwähnt, „nachhaltig“ aber nur einmal.

„Wir können uns nicht mehr auf die zentralisierten fossilen Energiesysteme der Vergangenheit verlassen”, sagt Svitlana Romanko, Direktorin von Razom We Stand. „Sie schaden nicht nur dem Klima, sondern haben sich auch als extrem anfällig für gezielte Angriffe erwiesen. Erneuerbare Energien sind Energieformen der Freiheit und werden bald die veralteten Wirtschaftskonzepte von gestern verdrängen. Bundeskanzler Scholz und Präsident Selenski müssen der Wahrheit ins Auge sehen: In einer Nachkriegs-Ukraine ist kein Platz für neue Infrastruktur für fossile Brennstoffe.”

„Erneuerbare Energien waren vor dem Krieg in der Ukraine ein schnell wachsender Sektor”, sagt Yevheniia Zasiadko, Leiterin der Klimaabteilung von Ecoaction. „Aber es gab eine problematische Ballung im Süden, der jetzt besonders vom Krieg betroffen ist. Das zentralisierte Gesamt-Energiesystem ist ein leichtes Ziel für russische Angriffe, was Auswirkungen für das ganze Land hat. Die Perspektive für den Wiederaufbau müssen dezentrale erneuerbare Projekte sein und eine geringere Abhängigkeit von großen Anlagen wie Atomkraftwerken. Haushalte, Organisationen und Gemeinden sollten in der Lage sein, ihre eigene Energie zu produzieren und zu verwalten.”

„Der Entwurf für die Wiederaufbaupläne der Ukraine entspricht überhaupt nicht der EU-Strategie für intelligente und nachhaltige Mobilität”, sagt Viktor Zagreba, Leiter von Vision Zero. „Zudem werden die Bedürfnisse der ukrainischen Städte überhaupt nicht berücksichtigt. Die Wiederaufbaupläne müssen komplett neu geschrieben werden. Die neuen Pläne müssen auf den EU-Zielen für nachhaltige Mobilität und auf best practice basieren.”

„Bei Reparatur und Neubau von Gebäuden können wir es uns nicht leisten, Wiederaufbau-Gelder für alte Technologien auszugeben“, sagt Tsutsaiev. „Der Einbau von Photovoltaik, Wärmepumpen und guter Isolierung sollte Priorität haben – damit alle Ukrainer:innen, die auf ihre Rückkehr warten, ein warmes, effizientes und einladendes Zuhause haben. Niedrigstenergiehäuser sollten bereits ab 2023 der neue Standard für alle Neubauten sein.“

Pressemitteilung Greenpeace

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