Einweihung der Stele Andrzej Szablewski in Poppenbüttel

Wandsbeker Weg der Erinnerung an Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Die Bezirksversammlung Wandsbek lädt am Freitag, den 12. Juli 2024, um 17 Uhr in der Poppenbüttler Hauptstraße 44, 22399 Hamburg vor der Brücke Richtung Kita Hohenbuchen zur feierlichen Einweihung der Stele des Wandsbeker Weges der Erinnerung für Andrzej Szablewski ein.

 

Es sprechen Hans-Joachim Klier, der ehemalige Vorsitzende der Bezirksversammlung Wandsbek, und Andreas Seeger, der Autor des Buches „Der Tod eines Zwangsarbeiters“.

Am 13. März 1942 wurde auf dem Gut Hohenbuchen der 29-jährige polnische Zwangsarbeiter Andrzej Szablewski gehenkt. Er war vom Gutsverwalter und NS-Ortsbauernführer Walter Grimm denunziert worden.

Die Arbeitsbedingungen und die Unterbringung auf dem Gut Hohenbuchen waren für die ausländischen Zwangsarbeiter erbärmlich. Täglich musste Andrzej Szablewski von früh bis spät hart arbeiten. Auf dem Gut begegnete er der Erntehelferin Hildegard Lütten, die sich ihm gegenüber – im Gegensatz zu vielen anderen Deutschen – freundlich verhielt. Der Gutsverwalter Walter Grimm unterstellte beiden eine „sexuelle Beziehung“. Darauf stand die Todesstrafe.

Am 12. Juli 1941 kam die Gestapo auf das Gut. Andrzej Szablewski wurde unter Arrest gestellt und später ins Stadthaus, das Gestapo-Hauptquartier, gebracht, danach ins Polizeigefängnis Fuhlsbüttel. Am 13. März 1942 wurde Andrzej Szablewski zur „Abschreckung“ auf dem Gut Hohenbuchen an einer Eiche erhängt. Hildegard Lütten kam wegen „Verkehr mit Fremdvölkischen“ von 1942 bis 1945 in das Frauen-KZ Ravensbrück. Nach dem Krieg erreichte der Bruder von Andrzej, Kasinin Szablewski, die Bestrafung der Täter: Im Rahmen der Curiohaus-Prozesse verurteilte ein britisches Militärgericht im Case Poppenbüttel unter anderem den Gutsverwalter Grimm und den Gestapoangehörigen Karl Mumm zum Tode. Beide wurden hingerichtet.

2003 wurde dort, wo Andrzej Szablewski gehenkt wurde, eine Gedenktafel im Hohenbuchenpark am Alsterlauf aufgestellt. Seit 2016 erinnert ein Stolperstein vor der hiesigen Kindertagesstätte an ihn.

Im Anschluss an die Steleneinweihung findet eine Informationsveranstaltung in der Kita Hohenbuchen statt. Von hier aus geht es gegen 18:30 Uhr zur neugestalteten Gedenktafel am Alsterufer.

Zum Hintergrund:

Der „Wandsbeker Weg der Erinnerung an Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus“ führt durch den gesamten Bezirk und wurde von der Bezirksversammlung Wandsbek initiiert. Stelen an verschiedenen Orten des Bezirks widmen sich beispielhaft einzelnen Verfolgten oder Kämpferinnen und Kämpfern des Widerstands im Nationalsozialismus mit Bezug zum Bezirk Wandsbek. Über QR-Codes auf den Stelen können vertiefende Informationen über die Personen auf der Homepage des Bezirksamtes Wandsbek abgerufen werden.

Weitere Informationen über den Weg der Erinnerung und zu der Stele Andrzej Szablewski sind zu finden unter https://www.hamburg.de/wandsbek/stelen/.

Pressemitteilung Bezirksamt Wandsbek

Dieser Beitrag wurde unter Alstertal / Berne, Politik/Wahlen/Demokratie/Frieden, Termine veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.