Endlich WCs für Kinderspielplätze in Wandsbek?

Rotgrüne Regierungskoalition (in Wandsbek) lehnt Modellprojekt der FDP-Fraktion ab
Auf einem Kinderspielplatz gibt es neben Toben und Klettern auch andere „Bedürfnisse“. Für diese gibt es aber in der Regel kein Angebot. „Nicht einmal 1,5 % der über 770 öffentlichen Spielplätze in Hamburg verfügen über eine Möglichkeit für das kleine oder größere Geschäft“, sagt Birgit Wolff, Vorsitzende der Wandsbeker FDP-Fraktion, die entsprechend einen Antrag in die Bezirksversammlung eingebracht hatte.

 

„Wir wollten mit dem Blick beispielsweise auf Zürich im Bezirk ausprobieren, ob nicht einfachere WC-Angebote eine Lösung sein könnten. In Zürich sind Spielplätze von vornherein so geplant, dass beispielsweise auch außerhalb von Unterrichtszeiten Schul-WC-Anlagen genutzt werden können. Und da, wo kein öffentliches WC in der Nähe ist, gibt es derzeit 21 Kompost-WCs. Man bedenke: Zürich hat weniger Einwohner als der Bezirk Wandsbek allein, und in allen sieben Hamburger Bezirken zusammen gibt es nur 11 Spielplätze, die über eine WC-Anlage verfügen.“
Der Grund dafür sei bekannt – und insofern auch lösbar, so Wolff. Wie beim Spielplatz Schemmannstraße in Volksdorf ersichtlich, plane die Stadt mit riesigen und entsprechend teuren Multikomfort-Anlagen. „Hamburg setzt allerhöchste Standards für eher wenige Spielplatznutzer – das aber diskriminiert alle anderen, denen weiterhin nur die Büsche bleiben. Die Empfehlung, doch bei Bedürfnis nach Hause zu gehen, geht am Alltag der großen und kleinen Spielplatznutzer erheblich vorbei.“ Gebraucht werde eine pragmatische Lösung für alle, aber keine Schmuckstücksammlung für die Senatoren.
Der Antrag der Wandsbeker FDP-Fraktion formulierte die Bitte an die Verwaltung, einfachere WC-Lösungen zu prüfen und in einem Modellprojekt an wenigen ausgewählten Spielplätzen zu testen. „Wir hatten im Vorfeld natürlich schon recherchiert und vielerlei Angebote zu überschaubaren Kosten gefunden. Zur Wahl stehen nicht nur Kompost-WCs wie in Zürich, die gut zu pflegen sind und deren humaner Kompost aufbereitet werden kann, sondern unter anderem auch Angebote mit dem netten Namen „Pipi-Box“. Die Spielplatzbesucher hätten beim Testen sicher gern mitgemacht und ihre Erfahrungen eingebracht.“ Zustimmung für einen solchen Modellversuch gab es bei der Sitzung des zuständigen Ausschusses Klima, Umwelt und Verbraucherschutz am 9. Januar seitens aller Oppositionsfraktionen, nur die rotgrüne Regierungskoalition lehnte ab. „Da haben wir uns schon ein bisschen gewundert“, so Wolff, „Pipi machen im Gebüsch ist schließlich weder sozial noch umweltfreundlich! Aber vielleicht geht ja doch noch was, wenn sich genug Eltern melden, die das begrüßen würden?”

Pressemitteilung FDP Fraktion Wandsbek

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