NABU warnt vor Aufweichung
hoher Schutzstandards – Herrmann: Keine unbefristeten Zulassungen für synthetische Pestizide / Vorsorgeprinzip nicht dem Bürokratieabbau opfern
Vor der Abstimmung der EU-Mitgliedstaaten über den Omnibus-Vorschlag zur Vereinfachung der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit warnt der NABU vor einer erheblichen Schwächung des europäischen Pestizidrechts. Der Vorschlag der EU-Kommission würde den Schutz von Gesundheit, Biodiversität, Wasserqualität und Lebensmittelsicherheit untergraben und unbefristete Zulassungen für zahlreiche synthetische Pestizide ermöglichen.
„Die EU darf ihr bewährtes Vorsorgeprinzip nicht zugunsten eines vermeintlichen Bürokratieabbaus aufweichen. Gerade bei Pestiziden brauchen wir strenge Kontrollen und regelmäßige Neubewertungen, um Mensch und Natur wirksam zu schützen“, sagt Annalena Herrmann, NABU-Expertin für EU-Naturschutzpolitik.
Der NABU kritisiert insbesondere, dass die Auswirkungen auf Umwelt, Gesundheit und Landwirtschaft vorab nicht ausreichend untersucht wurden. Selbst Industrieverbände halten die Abstimmung für übereilt. Der NABU fordert die Mitgliedstaaten dazu auf, bei der morgigen Abstimmung Änderungsanträge zu unterstützen, die das Vorsorgeprinzip wahren, hohe Schutzstandards erhalten und weniger strenge Ausnahmeregelungen streichen.
„Statt problematische Pestizide länger auf dem Markt zu halten, sollte die EU das eigentliche Problem angehen: den Rückstau bei den Genehmigungs- und Überprüfungsverfahren. Die zuständige Behörde hat selbst deutlich gemacht, dass sich dieser mit zusätzlichem Fachpersonal deutlich schneller abbauen ließe. Das schützt Umwelt und Gesundheit und sorgt zugleich für effizientere Verfahren“, so Herrmann.
Pressemitteilung NABU