… wiederherstellen
Am kommenden Montag beginnen in Nairobi die letzten Zwischenverhandlungen der UN-Biodiversitätskonvention (CBD) vor der Weltnaturkonferenz COP17 im armenischen Jerewan. Sebastian Amler, NABU-Referent für Natur- und Artenschutz, begleitet die Verhandlungen vor Ort. Zum Auftakt der Verhandlungen erklärt er:
„Mit dem Weltnaturabkommen von Montreal hat sich die Staatengemeinschaft auf ambitionierte Ziele zum Schutz und zur Wiederherstellung der biologischen Vielfalt verständigt. Doch der Zustand der Natur verschlechtert sich weltweit weiter – und die Lücke zwischen politischen Zusagen und ihrer Umsetzung ist nach wie vor groß. Damit geraten auch unsere Lebensgrundlagen mehr und mehr unter Druck. Die Verhandlungen in Nairobi müssen deshalb die entscheidenden Weichen dafür stellen, dass in Jerewan konkrete Beschlüsse entstehen, die messbare Fortschritte ermöglichen. Gerade Deutschland und die EU insgesamt müssen ihren politischen Willen beweisen: Durch ein klares Bekenntnis zur Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung könnten sie auch ihre Glaubwürdigkeit wiederherstellen, die durch den Abbau von Natur- und Artenschutzstandards in den letzten Jahren sehr gelitten hat.“
Im Mittelpunkt der Zwischenverhandlungen steht unter anderem der erstmals vorgelegte globale Zustandsbericht („Global Report“), der den bisherigen Fortschritt bei der Umsetzung des Weltnaturabkommens von Montreal bewertet. Er ist Grundlage des „Global Review“, das auf der COP17 konkrete Schlussfolgerungen, Bewertungen und politische Handlungsaufträge festlegen soll.
Ein weiterer Schwerpunkt der Verhandlungen ist die Diskussion wissenschaftlicher Erkenntnisse zur wirtschaftlichen Bedeutung der biologischen Vielfalt. Grundlage ist unter anderem das jüngste IPBES-Assessment zu Business and Biodiversity, das die enge Abhängigkeit wirtschaftlicher Entwicklung von funktionierenden Ökosystemen und den Handlungsbedarf für Unternehmen und Politik herausarbeitet.
„Dass intakte Natur eine unverzichtbare Grundlage für wirtschaftliche Stabilität und gesellschaftlichen Wohlstand sind, ist wissenschaftlich längst belegt. Diese Erkenntnis muss sich in politischen Entscheidungen, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und öffentlichen Investitionen widerspiegeln. Wer Natur schützt, mindert Risiken für unsere Wirtschaft“, so Amler.
Pressemitteilung NABU