EU-Parlament stärkt Naturschutzfinanzierung

Das Europäische Parlament hat heute mit seinem Zwischenbericht zum Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) die politischen Leitplanken für die künftige EU-Finanzarchitektur gesetzt. Der Bericht wird die Verhandlungen der kommenden Monate prägen.

„Das ist ein wichtiges Signal, aber noch kein Durchbruch“, sagt Raphael Weyland, NABU-Büroleiter in Brüssel. „Ob Europa seine Natur wirklich schützt, entscheidet sich jetzt in den Haushaltsverhandlungen mit Rat und Kommission.“

Fortschritt bei LIFE – aber keine Eigenständigkeit

Aus NABU-Sicht ist das Ergebnis positiv, aber unvollständig: Das Parlament spricht sich für die Fortführung der LIFE-Finanzierung aus und stärkt damit den Naturschutz im EU-Haushalt. Zugleich bleibt es hinter der Forderung zurück, LIFE wieder als eigenständiges Programm zu verankern.

„Dass LIFE nicht erneut als eigenständiges Programm gefordert wird, ist eine verpasste Chance“, so Weyland. „Gleichzeitig ist es ein Fortschritt gegenüber dem Kommissionsvorschlag. Entscheidend ist jetzt, dass sich der politische Stellenwert des Naturschutzes in konkreten Budgetzahlen niederschlägt.

Finanzierungslücke bleibt zentrale Herausforderung

Zudem müsse der EU-Haushalt die erhebliche Finanzierungslücke im Natur- und natürlichen Klimaschutz stärker adressieren. Angesichts der Biodiversitätskrise sei jeder investierte Euro mehrfach wirksam.

„Wir stehen am Anfang eines langen Prozesses“, betont Weyland. „Jetzt müssen Rat und Kommission den Bericht aufgreifen. Dort entscheidet sich, ob aus politischen Absichtserklärungen verbindliche Mittel werden.“

Entscheidende Verhandlungen stehen bevor

Die eigentlichen Verhandlungen über den MFR beginnen nun und werden sich voraussichtlich bis Ende 2026 und in das Jahr 2027 hineinziehen. Der NABU appelliert daher an die Mitgliedstaaten – insbesondere Deutschland – sowie an die Europäische Kommission, die Parlamentsposition ernst zu nehmen und im weiteren Verfahren nachzuschärfen.

„Der EU-Haushalt muss der ökologischen Krise gerecht werden“, so Weyland. „Wir brauchen ausreichende Mittel für resiliente Ökosysteme. LIFE ist dabei wichtig, aber nur ein Baustein.“

Breite Unterstützung aus der Praxis

Im Anschluss an die Abstimmung wird zudem ein offener Brief von LIFE-Projektträgern und -Empfängern an Kommission und Mitgliedstaaten übergeben. Eine breite Allianz LIFE-geförderter Akteure unterstreicht darin die Bedeutung des Programms für den praktischen Naturschutz und fordert, die Signale des Parlaments im Haushaltsprozess verbindlich abzusichern.

Pressemitteilung NABU

WUZ-Info: LIFE ist das Förderprogramm der Europäischen Union für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz. Es unterstützt Projekte, die nachhaltige Lösungen voranbringen und Umweltpolitik in die Praxis überführen – für eine ressourcenschonende, CO2-arme Wirtschaft und den Schutz der biologischen Vielfalt. Quelle: https://life-deutschland.de/

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