Vor wenigen Wochen ist Hamburg
um eine geologische Attraktion reicher geworden: Im Zuge der U5-Bauarbeiten wurde in Bramfeld ein 22 Tonnen schwerer Großfindling entdeckt, der mit acht Kubikmeter Volumen viertgrößter Hamburger Findling ist. Nun hat Umweltsenatorin Katharina Fegebank den steinalten Fund offiziell auf den Namen „Bramfels“ getauft.
Nachdem die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende sowie das Bezirksamt Wandsbek und die Hochbahn öffentlich über Social Media dazu aufgerufen hatten, Namensvorschläge für den Findling einzureichen, sind hunderte von Ideen eingegangen. Die Hamburgerinnen und Hamburger überzeugten dabei wie gewohnt mit ihrer Kreativität: Von Vorschlägen in Anlehnung an den bekannten großen Elbstrand-Bruder wie „Junger Schwede“ oder „Schlaue Norwegerin“ über Namen wie „Allmende“ und „Bramscher Brocken“ bis hin zu weniger ernsthaften Ideen wie „Steini McSteinface“ und „Uwe der Urzeitkoloss“ war ein breites Spektrum vertreten.
Die Entscheidung ist letztendlich auf einen Namen gefallen, der nicht nur Fundort und Beschaffenheit vereint, sondern auch mit großem Abstand für die größte Begeisterung digital und analog sorgte: Ab sofort heißt der neue Stein in Hamburgs Findlingsreihe „Bramfels“.
Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Was für ein toller Fund! Einen derart großen Findling konnten wir in Hamburg seit 25 Jahren nicht mehr in Hamburg nach oben befördern Genauso begeistert hat mich aber die rege Beteiligung nach unserem Aufruf und den vielen guten Vorschlägen. Mit ‚Bramfels‘ haben wir einen Namen gefunden, der eingängig ist, den Fundort schon im Titel trägt und sich mit einem kleinen Wortspiel nahtlos in die Tradition der Hamburger Findlingsnamensgebung einfügt.“
Dr. Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende: „Der Fund des ‚Bramfels‘ ist nicht nur ein beeindruckendes geologisches Ereignis, sondern auch ein schönes Beispiel dafür, wie die moderne Verkehrsentwicklung in Hamburg immer wieder neue Geschichten schreibt. Während wir mit dem Bau der U5 die Stadt zukunftsfähig machen, entdecken wir dabei auch ihre Vergangenheit. Es freut mich besonders, dass so viele Hamburgerinnen und Hamburger sich an der Namensfindung beteiligt haben und der ‚Bramfels‘ nun als neues Wahrzeichen an die Verbindung von Fortschritt und Historie erinnert.“
Klaus Uphoff, technischer Geschäftsführer der HOCHBAHN U5 Projekt GmbH: „Ein solch großer Findling ist auch für das U5-Projekt etwas Besonderes. Daher würden wir uns freuen, wenn der ‚Bramfels‘ später im Umfeld der U-Bahn-Haltestelle in Bramfeld erhalten bleibt – nicht nur als Naturdenkmal, sondern auch als Erinnerung an den Bau der U5.“
Nächster Halt: Ortsfindung
Während die Namensgebung nun abgeschlossen ist, wird weiterhin nach einem finalen Platz im öffentlichen Raum für „Bramfels“ gesucht. Momentan ist der Koloss seitlich der Baustelle gelagert. Die endgültige Entscheidung soll zeitnah erfolgen und unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren und Akteure getroffen werden.
Foto: Hamburger Hochbahn ©
Pressemitteilung Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA)
U5 Bramfeld: Überraschung in sieben Meter Tiefe
– Millionen Jahre alter Findling auf der U5-Baustelle gefunden
– Bergung und Erhaltung des Findlings als Denkmal
Überraschungsmoment auf der U5-Baustelle in Bramfeld: Beim Ausheben der Baugrube für die künftige U5-Haltestelle ist das Team auf einen Findling gestoßen. Der Granitstein wiegt rund 22 Tonnen und umfasst eine Größe von rund 8m3 (3,2×2,5×2,1m). Das Besondere: Nach Schätzung des Geologischen Landesamts ist der Findling mehrere Millionen Jahre alt und wurde in der Saale-Eiszeit vor rund 200 000 Jahren mit dem Gletscher nach Hamburg transportiert. Das Fundstück wurde nun aus der Baugrube geborgen und soll der Stadt Hamburg als Naturdenkmal erhalten bleiben.
Patrick Kunath, U5-Teilprojektleiter für die Baustelle Bramfeld: „Ein Findling wie dieser ist auch für ein Großbauprojekt wie die U5 eine absolute Besonderheit und kommt nicht alle Tage vor. Beim Ausheben ist die Baggerschaufel in rund sieben Meter Tiefe auf ihn gestoßen. Eine Attraktion, die nicht nur die Aufmerksamkeit aller Beteiligten auf der Baustelle erhielt, sondern auch die Kolleginnen und Kollegen des Geologischen Landesamts auf den Plan rief.“
Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Dieser Fund in Bramfeld ist eine echte Sensation – so ein geologisches Schwergewicht haben wir in Hamburg seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr ans Licht befördert! Mit schätzungsweise 22 Tonnen wiegt der Koloss in etwa so viel wie ein ausgewachsener Buckelwal. Damit reiht er sich direkt in die Riege der berühmten Hamburger Großfindlinge ein, angeführt vom ‚Alten Schweden‘.
Der Fund zeigt mal wieder, welche faszinierenden Überraschungen der Hamburger Untergrund bereithält. Ich freue mich sehr, dass unsere Stadt um eine geologische Attraktion reicher ist. Wo genau der Stein sein neues Zuhause findet, klären wir jetzt zügig, damit sich alle Hamburgerinnen und Hamburger bald selbst ein Bild von ihm machen können. Und damit der graue Riese genau wie sein prominentes Vorbild an der Elbe einen eigenen Namen bekommt, laden wir alle herzlich ein, sich an der Suche über Social Media zu beteiligen. Ich bin gespannt auf alle kreativen Ideen!“
Thomas Ritzenhoff, Leiter des Bezirksamtes Wandsbek: „Wandsbek hat viel zu bieten – und das an ganz unvermuteten Stellen! Der Fund dieses beeindruckenden Findlings ist eine besondere Bereicherung für unseren Stadtteil. Nach der Bergung werden wir nach einem passenden Standort suchen, an dem er als sichtbares Zeichen unserer geologischen Geschichte und als neues Wahrzeichen für Bramfeld erhalten bleiben kann.“
Bereits vor Baubeginn wird das Erdreich und die Bodenbeschaffenheit entlang der geplanten U5-Strecke mithilfe von Baugrunderkundungen analysiert, um neben der Festlegung des geeigneten Bauverfahrens idealerweise auch frühzeitig potenzielle Findlinge zu erkunden. Trotz eines engmaschigen Rasters bleibt aber nicht ausgeschlossen, während des Baus auf einen Findling zu stoßen, wie nun in Bramfeld.
Um den rund 22 Tonnen schweren Findling aus der Baugrube bergen zu können, musste ein mobiler Spezialkran vor Ort aufgebaut werden, der den Findling mithilfe einer Hebevorrichtung heraushob. Aktuell wird in Abstimmung zwischen dem Geologischen Landesamt, dem Bezirksamt Wandsbek sowie der HOCHBAHN U5 Projekt GmbH die weitere Verwendung des Findlings geprüft. Vorerst wird der Findling auf der Baustelle zwischengelagert.
Die Arbeiten für den Bau der neuen U5-Haltestelle können planmäßig fortgesetzt werden. Die Schlitzwandarbeiten sind nahezu abgeschlossen, die Baugrube ist stellenweise auf bis zu 7 Meter Tiefe ausgehoben. Wie auch in Barmbek Nord ist die Baugrube halbseitig mit Stahlbetonplatten überdeckelt, um den Verkehr am Bramfelder Dorfplatz aufrechtzuerhalten. Mit der geplanten Fertigstellung im Jahr 2033 können Bramfelderinnen und Bramfelder mit der neuen, vollautomatischen U-Bahn-Linie in rund 20 Minuten die Hamburger Innenstadt erreichen.
Wird Zeit. Wird gemacht. Wird gut.
Pressemitteilung Hamburger Hochbahn (20.3.)