Finken-Freude und Spatzen-Sorgen

Die 22. „Stunde der Gartenvögel“ mit durchwachsenen Ergebnissen
Viele schlechte Nachrichten, aber auch einige gute: Die Ergebnisse der „Stunde der Gartenvögel“, die am zweiten Maiwochenende stattfand, sind gemischt. „Zum Glück sieht es bei den Finken nicht ganz so schlecht aus wie befürchtet – zumindest nicht bei allen Arten“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Martin Rümmler.

„Bei den Buchfinken können wir sogar ein sattes Plus bei den Sichtungen von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbuchen, auch der Grünfink machte bundesweit drei Prozent Plus. Es scheint sich keine neue Infektionswelle mit Trichomonaden anzubahnen, die in der Vergangenheit zu Verlusten unter einigen Finkenarten geführt hatte.“ Allerdings kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Grünfink seit Jahren zunehmend weniger gemeldet wird, wie auch die Zahlen der Bestandserfassung des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA) bestätigen. Rümmler: „Eine Ursache ist vermutlich, dass der Grünfink stärker unten den Infektionswellen mit Trichomonaden gelitten hat als der Buchfink.“ Die Erreger verbreiten sich vor allem an Futter- und Wasserstellen. „Wer Vögel füttert, sollte daher unbedingt auf die Hygiene achten“, rät Rümmler. „Am besten Futtersäulen nutzen und Wasser täglich wechseln.“

Bei der Amsel deutet nichts auf größere Verluste hin, wie sie in den vergangenen Jahren leider festgestellt worden waren. Die melodische Abendsängerin wurde ähnlich häufig wie 2025 gemeldet.

„Düster sieht es dagegen bei den Spatzenarten aus“, so Rümmler. „Der Haussperling liegt zwar nach wie vor auf Platz eins unserer Rangliste der am meisten gemeldeten Vögel, aber er hat einen Verlust von neun Prozent zum Vorjahr eingefahren. Damit setzt sich der Negativtrend der vergangenen Jahre vorerst leider fort.“ Auch der Feldsperling fliegt nach unten: minus sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rümmler: „Diese Zahlen müssen uns besorgen. Denn wenn so häufige Arten wie der Haussperling immer weniger gemeldet werden, könnte das ein Alarmsignal für den Zustand der Natur in unseren Siedlungen sein.“ Grund dafür sind meist ein mangelndes Nahrungsangebot und der Verlust von Wohn- und Lebensraum in den Städten.

Das zeigt sich auch bei den Mauerseglern. Die Sommerboten stürzten um 25 Prozent ab. Ihr typisches Sri-sri, das viele Menschen mit der warmen Jahreszeit verbinden, war am Zählwochenende deutlich seltener zu hören. Auch die Mehlschwalben-Sichtungen nahmen mit minus zwölf Prozent deutlich ab. „Beide Arten sind Gebäudebrüter und Insektenfresser. Es könnten also Insektenschwund und nicht vogelfreundliche Sanierung alter Gebäude eine Rolle spielen“, vermutet Rümmler. Zum Teil kehrten Tiere aber auch erster später als üblich aus ihren Winterquartieren zurück.

Bei den gesichteten Vögeln pro Garten setzt sich der leichte, aber stetige Abwärtstrend ebenfalls fort: Wurden 2018 noch 33,79 Vögel gezählt, flatterten diesmal nur noch 28,43 Vögel durch einen Garten oder Park.

Insgesamt haben bundesweit mehr als 56.000 Menschen bei der Vogelzählung mitgemacht und aus fast 38.500 Gärten weit über eine Million Vögel gemeldet. Die „Stunde der Gartenvögel“ ist eine Mitmachaktion von NABU und seinem bayerischen Partner LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz). Die nächste Vogelzählung ist die „Stunde der Wintervögel. Sie findet vom 8. bis 10. Januar 2027 statt.

Mehr Infos: www.stundedergartenvoegel.de

Ergebnisse im Einzelnen: www.NABU.de/sdg-ergebnisse

Pressemitteilung NABU


Kohlmeise ist Hamburgs häufigster Gartenvogel 2026

Viele schlechte Nachrichten, aber auch einige gute: Die Ergebnisse der „Stunde der Gartenvögel“, die am zweiten Maiwochenende stattfand, sind gemischt. „Zum Glück sieht es bei den Finken nicht ganz so schlecht aus wie befürchtet – zumindest nicht bei allen Arten“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Martin Rümmler. „Bei den Buchfinken können wir sogar ein sattes Plus bei den Sichtungen von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbuchen, auch der Grünfink machte bundesweit drei Prozent Plus. Es scheint sich keine neue Infektionswelle mit Trichomonaden anzubahnen, die in der Vergangenheit zu Verlusten unter einigen Finkenarten geführt hatte.“

In Hamburg zeigt sich ein noch positiveres Bild nach der Gartenvogelzählung: Buchfink und Grünfink wurden n diesem Jahr deutlich häufiger gesichtet und hatten große Zugewinne von 11% und 12% im Vergleich zu 2025.

Allerdings kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Grünfink seit Jahren zunehmend weniger gemeldet wird, wie auch die Zahlen der Bestandserfassung des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA) bestätigen. Rümmler: „Eine Ursache ist vermutlich, dass der Grünfink stärker unten den Infektionswellen mit Trichomonaden gelitten hat als der Buchfink“, so Rümmler Die Erreger verbreiten sich vor allem an Futter- und Wasserstellen. Wer Vögel füttert, sollte dies im Winter tun und unbedingt auf die Hygiene achten. Am besten eignen sich Futtersäulen und das Wasser muss täglich gewechselt werden Eine Fütterung im Sommer ist eher nicht notwendig.

Bei der Amsel deutet nichts auf größere Verluste hin, wie sie in den vergangenen Jahren leider festgestellt worden waren. Die melodische Abendsängerin wurde ähnlich häufig wie 2025 gemeldet. In Hamburg schafft sie es auf den 2. Platz.

„Düster sieht es dagegen bei den Spatzenarten aus“, so Marco Sommerfeld, Referent für Vogelschutz beim NABU Hamburg. „Der Haussperling liegt zwar nach wie vor auf Platz eins der bundesweiten Rangliste der am meisten gemeldeten Vögel, aber er in Hamburg schafft er es nur auf Platz 9. Er hat einen Verlust von neun Prozent zum Vorjahr eingefahren. Damit setzt sich der Negativtrend der vergangenen Jahre vorerst leider fort.“ Auch der Feldsperling fliegt nach unten: minus 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sowohl in Hamburg als auch deutschlandweit. Sommerfeld: „Diese Zahlen müssen uns besorgen. Denn wenn so häufige Arten wie der Haussperling immer weniger gemeldet werden, könnte das ein Alarmsignal für den Zustand der Natur in unseren Siedlungen sein.“ Grund dafür sind meist ein mangelndes Nahrungsangebot und der Verlust von Wohn- und Lebensraum in den Städten. Der NABU rät zu einer natunahnen Gartengestaltung, die vielen Insekten Lebensraum bietet und dann auch vielen Vogeleltern die Nahrungssuche für den Nachwuchs erleichtet.

Das zeigt sich auch bei den Mauerseglern. Die Sommerboten stürzten bundesweit um 24 Prozent ab. In Hamburg sogar um 41 Prozent. Ihr typisches Sri-sri, das viele Menschen mit der warmen Jahreszeit verbinden, war am Zählwochenende deutlich seltener zu hören. Auch die Mehlschwalben-Sichtungen nahmen in Hamburg mit minus 25 Prozent deutlich ab. „Beide Arten sind Gebäudebrüter und Insektenfresser. Es könnten also Insektenschwund und nicht vogelfreundliche Sanierung alter Gebäude eine Rolle spielen“, vermutet Sommerfeld. Zum Teil kehrten Tiere aber auch erster später als üblich aus ihren Winterquartieren zurück.

Bei den gesichteten Vögeln pro Garten setzt sich der leichte, aber stetige Abwärtstrend ebenfalls fort: Wurden 2018 noch 33,79 Vögel gezählt, flatterten diesmal nur noch 28,43 Vögel durch einen Garten oder Park.

In Hamburg sind es sogar noch weniger: 23,45.

Insgesamt haben bundesweit fast 56.000 Menschen bei der Vogelzählung mitgemacht und aus mehr als 38.500 Gärten weit über eine Million Vögel gemeldet. In Hamburg beteiligten sich 1.160 Vogelfreund*innen und zählten 18.690 Vögel. Die „Stunde der Gartenvögel“ ist eine Mitmachaktion von NABU und seinem bayerischen Partner LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz). Die nächste Vogelzählung ist die „Stunde der Wintervögel. Sie findet vom 8. bis 10. Januar 2027 statt.

Pressemitteilung NABU Hamburg

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