„Dessauer Erklärung“ der
Kulturminister-Konferenz: Senator Dr. Carsten Brosda betont Bedeutung der Kunstfreiheit für die Demokratie
Die Mitglieder der Kulturminister-Konferenz haben das 100. Jubiläum des Bauhauses in Dessau zum Anlass genommen, ihren Beschluss zur Freiheit der Kunst aus dem März 2019 zu bekräftigen. Die Kulturminister:innen und -senatoren aller Bundesländer verständigen sich in ihrer gemeinsamen Dessauer Erklärung darauf, „kulturelle Vielfalt in einer freien, offenen und demokratischen Gesellschaft zum zentralen Maßstab ihrer Entscheidungen zu machen.“
Die Kulturministerkonferenz hatte bereits am 13. März 2019 eine gemeinsame Erklärung beschlossen, in der alle Länder die Freiheit der Kunst als einen „Gradmesser gesellschaftlicher und demokratischer Freiheit“ bezeichnen und sich zugleich dazu bekannt haben, „diese Freiheiten zu schützen und zu einem Maßstab ihrer Kulturpolitik zu machen“.
Die Stiftung Bauhaus Dessau feiert in diesen Tagen das 100. Jubiläum des Bauhauses Dessau. Vor dem Hintergrund der Geschichte des Bauhauses in der Weimarer Republik heben die für Kultur zuständigen Minister:innen und Senatoren in ihrer Dessauer Erklärung hervor, „wie wichtig es ist, dass Kunst und Kultur ihre Wirkung ohne politische Vorgaben und ohne Angst vor finanziellen Sanktionen oder anderen Formen von Zensur entfalten können“. Es „ist und bleibt die gemeinsame Aufgabe der aufeinander abgestimmten förder-, struktur- und ordnungspolitischen Initiativen des Bundes und der Länder in der Kulturpolitik, Räume zur Ausübung dieser Freiheiten zu schützen und – wo möglich – zu erweitern“.
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Geschichte des Bauhauses zeigt auf beeindruckende Weise, welch enorme Innovationskraft in den Künsten steckt, wenn sie sich frei entfalten können. Gleichzeitig ist das Ende der Kunstschule nach ihrer Schließung durch die Nationalsozialisten 1933 ein mahnendes Beispiel dafür, wie die Freiheit der Kunst von Demokratiefeinden beseitigt wird. Aktuelle politische Tendenzen, die eine Einschränkung der Kunst zur Folge hätten, verlangen Widerspruch. Wenn Kulturpolitik nicht mehr der Maxime folgt, die Räume für die freie Entfaltung von Kunst und Kultur offen zu halten, sondern Räume verengt, zum Beispiel in dem nationalistisch-völkische Inhalte vorgegeben und davon die Förderung abhängig gemacht werden soll, ist das der Anfang vom Ende unserer Demokratie. Kulturpolitik muss Räume für die freie Entfaltung der Künste offenhalten, das ist elementar für unser Zusammenleben als vielfältige, offene Gesellschaft in unserer liberalen Demokratie.“
Pressemitteilung Behörde für Kultur und Medien