Erfolgreiche Zusammenarbeit von Landwirtschaft und
Naturschutz beim Projekt „Kiebitzschutz in Norddeutschland“
Es ist wieder so weit: Die Kiebitze sind zurück und beginnen ihre Brutzeit. Doch was früher ein vertrauter Anblick auf Wiesen und Feldern war, ist heute selten geworden. Seit den 1980er Jahren ist der Bestand des charakteristischen Wiesenvogels in Deutschland um rund 93 Prozent zurückgegangen. Umso wichtiger sind gezielte Schutzmaßnahmen und das Engagement von Freiwilligen.
Mit der Initiative „KiebitzKieker“ schützen BUND, NABU und BUKEA in Hamburg seit 2021 gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben Kiebitze in Hamburg. Unterstützung erhalten die Akteure vom Bauernverband und der Landwirtschaftskammer. In diesem Jahr ist hierzu ein neues Projekt als Teil des norddeutschen Verbundvorhabens „Kiebitzschutz in Norddeutschland“ gestartet, das im Rahmen des Nationalen Artenhilfsprogramms durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert wird.
Einfaches Prinzip, große Wirkung
Das Konzept ist ebenso simpel wie effektiv: Ehrenamtliche halten während der Brutzeit von öffentlichen Wegen aus Ausschau nach Kiebitzen auf den Feldern. Zeigen Kiebitze auffälliges Verhalten, geben sie dem Projektteam Bescheid. Die „KiebitzKieker“ Henning Loch und Ilka Nüske besprechen dann mit den Landwirtinnen und Landwirten, was zum Schutz getan wird. So können mögliche Nistplätze schnell lokalisiert und die Nester markiert werden. Die Landwirte berücksichtigen diese Stellen bei der Bewirtschaftung und umfahren die Gelege gezielt.
Ein besonderer Baustein sind sogenannte „Kiebitzinseln“. Dabei bleiben kleine Bereiche von Äckern bis Ende Juli unbewirtschaftet. Diese temporären Rückzugsräume bieten Küken ausreichend Nahrung und Schutz. Auch andere Bodenbrüter wie Feldlerche, Schafstelze oder Flussregenpfeifer profitieren davon.
Mitmachen ausdrücklich erwünscht
Damit der Schutz funktioniert, braucht es viele aufmerksame Freiwillige im Gelände. Deshalb werden jährlich bis Ende April Einführungstouren angeboten, bei denen Interessierte erfahren, wie genau sie unterstützen können. Dabei lernen sie das Gebiet kennen und entdecken, wie sich das Verhalten der Kiebitze richtig deuten lässt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die „KiebitzKieker“ freuen sich über neue Freiwillige, die von April bis Juni eigene Beobachtungen melden und so aktiv zum Schutz der Tiere beitragen.
Die Initiative zum Schutz des Kiebitzes in Hamburg zeigt, wie erfolgreich Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand arbeiten können.
Terminhinweise
Kiebitz-Führungen im Wilhelmsburger Osten
Leicht verständliche Einführung mit spannenden Einblicken in das Leben des Kiebitzes. –Bei den Exkursionen im Mai bestehen gute Chancen, sogar Kiebitz-Küken zu entdecken.
Einführung in die Kiebitzbeobachtung: 02.04., 11.04.2026
-Kiebitz-Führungen: 15.04., 22.04., 09.05., 22.05.2026
-Kiebitzfest: 12.04., 10–16 Uhr an der NABU Vogelstation Wedeler Marsch, u.a. mit einem Informationsstand der „KiebitzKieker“ und vielen Angeboten für die ganze Familie.
Mehr Infos: https://www.bund-hamburg.de/service/termine/detail/event/tour-einfuehrung-in-die-kiebitzbeobachtung-3/
Pressemitteilung BUND Hamburg