Gesetz für gesunde Böden muss Folgen haben

Neue EU-Regeln für Bodenanalysen
Das Europäische Parlament stimmt über seine Verhandlungsposition zum EU-Bodengesundheitsgesetz ab, welches die Mitgliedstaaten zu einer Zustandsanalyse ihrer Böden verpflichten soll.

Delara Burkhardt, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Europaabgeordneten:

„Ein Gesetz für gesunde Böden ist dringend erforderlich, da geschädigte Böden das Risiko von Bränden, Überschwemmungen und schlechten Ernten erhöhen und die CO2-Speicherung beeinträchtigen. Nur mit gesunden Böden ist ein gesundes Leben möglich. Der Vorschlag der Europäischen Kommission für dieses Gesetz stellt jedoch leider nur das absolute Minimum dar. Er bietet lediglich ein lockeres Rahmenwerk für die Kartierung und Bewertung der Böden durch die Mitgliedsstaaten.

Bestandsaufnahmen alleine werden nicht ausreichen. Wir wissen bereits heute, wie schlecht der Zustand unserer Böden ist. Leider fehlen im Vorschlag der Europäischen Kommission klare Vorgaben dafür, was aus den Bodenbewertungen der Mitgliedstaaten folgen soll. Die Mitgliedstaaten sollten zur Verbesserung des Zustands geschädigter Böden verpflichtet werden. Zustandsanalysen müssen Folgen haben. Es muss allen deutlich werden, dass gesunde Böden, reich an Nährstoffen, Mikroorganismen und frei von Schadstoffen, unerlässlich sind für eine widerstandsfähige Landwirtschaft und die natürliche Klimaanpassung.”

Über 60 Prozent der Böden in der EU befinden sich in einem schlechten Zustand, aufgrund unnachhaltiger Bewirtschaftungsmethoden, Versiegelung, Verschmutzung und Übernutzung, sowie der Auswirkungen des Klimawandels. Dies schädigt Nahrungsproduktion, Nährstoffkreisläufe, Treibhausgasspeicherung, Schädlingskontrolle oder den Wasserhaushalt. Die Störung solcher Ökosystemleistungen kostet die EU jährlich mindestens 50 Milliarden Euro.

Pressemitteilung SPD im EU-Parlament

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