… richtig und überfällig / NABU zur Rede von
Bundesumweltminister Schneider auf dem Deutschen Naturschutztag
Carsten Schneider hat auf dem Deutschen Naturschutztag ein wichtiges Signal für den Naturschutz gesetzt und ein Gesetz für eine Natürliche Infrastruktur angekündigt. Aus Sicht des NABU ist ein solches Natürliche-Infrastruktur-Gesetz ein dringend notwendiger und überfälliger Schritt, um die Funktion unserer Landschaftsökosysteme als notwendige Lebens- und Wirtschaftsgrundlage wirksamer zu schützen und die negativen Auswirkungen des Infrastruktur-Zukunftsgesetzes abzumildern.
Jörg-Andreas Krüger, Präsident des NABU, sagt: „Die Dringlichkeit ist unübersehbar. Die vielen geplanten Bauvorhaben, die beschleunigt umgesetzt werden sollen, werden gravierende Folgen für Natur und Umwelt haben, wenn nicht ein wirkungsvoller Ausgleich geschaffen wird. Es richtig und wichtig, dass, wie von Bundesumweltminister Schneider angekündigt, eine natürliche Infrastruktur aus Wäldern, Wiesen und Flüssen denselben Stellenwert haben muss, wie eine graue Infrastruktur aus Beton und Asphalt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um das angekündigte Natürliche-Infrastruktur-Gesetz zügig und entschlossen auf den Weg zu bringen“, erklärt Krüger.
Aktuell gingen in Deutschland täglich 51 Hektar Fläche verloren, zudem sei die Vernetzung von Biotopen in Deutschland häufig unterbrochen. Es brauche ein kluges und starkes Gesetz, um den Ausgleich für erhebliche Beeinträchtigungen durch Eingriffe für die Infrastruktur-Modernisierung, besser zu steuern, zu erleichtern und zu beschleunigen. Denn der Flächenverlust wirke sich oft weit über die direkt überbaute Fläche hinaus aus. Infrastrukturprojekte beeinträchtigten durch Zerschneidung, Lärm, veränderte Wasserhaushalte oder Randwirkungen ganze Ökosysteme wie Wälder und Feuchtgebiete in ihrer Funktion.
Krüger sagt: „Nur mit einem leistungsstarken Netz aus Natur wird Deutschland künftig dazu in der Lage sein, auf zunehmende Extremwetterlagen zu reagieren, Ernährungssicherheit zu gewährleisten und wirtschaftlich wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir müssen unsere Resilienz steigern.“
Pressemitteilung NABU
Deutsche Umwelthilfe begrüßt Gesetzentwurf zur Natürlichen Infrastruktur: Wichtiger Schritt gegen Naturzerstörung
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt die gestrige Ankündigung von Bundesumweltminister Carsten Schneider, zeitnah einen Gesetzentwurf zur Stärkung der Natürlichen Infrastruktur vorzulegen. Gleichzeitig kritisiert die DUH die massiven Einschnitte in geltendes Naturschutzrecht durch das sogenannte Infrastrukturzukunftsgesetz.
Dazu sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner:
„Der Gesetzentwurf enthält viele überfällige Regelungen, um jene dringend benötigte natürliche Infrastruktur zu sichern und auszubauen, die uns vor Hochwasser und Hitzewellen schützt, unser Trinkwasser bereitstellt und die Artenvielfalt bewahrt. Ohne gesunde Natur ist auch nachhaltiges Wirtschaften nicht möglich. Das von der Bundesregierung gleichzeitig mit Brachialgewalt vorangebrachte Infrastrukturzukunftsgesetz würde durch die Aufhebung der Naturschutzausgleichsmaßnahmen vor Ort jedoch unheilbaren Schaden an unserer Natur anrichten, der durch ein nachgeschobenes Gesetz nicht eingehegt werden kann. Wir sehen die große Gefahr, dass dieses Gesetz nicht einmal ansatzweise ausgleicht, was das Infrastrukturzukunftsgesetz an Schaden anrichtet. Wir fordern daher von den Abgeordneten der SPD und der CDU: Streichen Sie die geplanten Änderungen des Bundesnaturschutzgesetzes aus dem Infrastrukturzukunftsgesetz und nutzen Sie den Entwurf des Bundesumweltministeriums, um ein Zukunftsgesetz für die grün-blaue Infrastruktur in Deutschland auf den Weg zu bringen. Die vorgelegten Ansätze, eine Flächenkulisse zu definieren, in der das überragende öffentliche Interesse endlich auch für Moor- und Auenrenaturierung und Waldschutz gilt und in der Vorkaufsrechte für Bund, Länder und Kommunen helfen, ein grün-blaues Netz an Lebensräumen für Mensch und Natur zu sichern, sollten als Minimum für eine klimaresiliente und zukunftsfähige natürliche Infrastruktur in Deutschland gelten.“
Pressemitteilung DUH