Greenpeace-Aktivisten demonstrieren für zügigen Kohleausstieg

Für konsequenten Klimaschutz durch einen zügigen Ausstieg aus der Kohle protestieren Greenpeace-Aktivisten heute beim Petersberger Klimadialog am Pariser Platz in Berlin. Mit einem etwa zwei Meter hohen, kohleverschmutzten WM-Pokal auf einem Kohlehaufen fordern die Klimaschützer Bundeskanzlerin von Angela Merkel (CDU) mehr Anstrengungen beim Schutz des Klimas. „Go for Gold, not for Coal, Mrs. Merkel – Kohleausstieg 2030“.

 

Der Kohleausstieg wird eines der zentralen Themen auf dem Klimadialog sein. Der informelle Dialog von Regierungsvertretern aus mehr als 30 Ländern gilt auch als vorbereitendes Treffen für die kommende UN-Klimakonferenz, die Ende dieses Jahres im polnischen Katowice stattfindet. „Kein Land der Welt verbrennt mehr klimaschädliche Braunkohle als Deutschland“, sagt Tobias Münchmeyer, Sprecher von Greenpeace. „Will Angela Merkel Deutschland nicht vollständig zum Bremser im internationalen Klimaschutz verkommen lassen, muss sie sicherstellen, dass die Kohlekommission einen klaren Ausstiegsfahrplan bis zum Jahr 2030 festlegt.“

Kommende Woche startet die Kohlekommission. Sie soll bis Ende des Jahres klären, wie Deutschland die Lücke beim CO2-Ziel für das Jahr 2020 schließen kann. Statt wie zugesagt den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent zu senken, werden nach dem vergangene Woche vorgelegten Klimaschutzbericht bestenfalls 32 Prozent erreicht. Zudem muss die Kommission sicherstellen, dass Deutschland sein Klimaziel für 2030 einhält und ein Datum für das Ende der Kohleverstromung in Deutschland festgelegen.

Kohleausstieg und Abschied von Diesel und Benziner für Klimaziele unerlässlich

Im Jahre 2016 wurden in Deutschland 168 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert und in Kohlemeilern verfeuert. Damit belegt Deutschland seit Jahren noch vor China und Russland einen traurigen Spitzenplatz. „Diesen unrühmlichen Weltmeistertitel muss Deutschland dringend loswerden“, sagt Münchmeyer. Braunkohle ist der mit Abstand klimaschädlichste Brennstoff. Für die gleiche Menge Strom, stößt ein Braunkohlekraftwerk etwa drei Mal so viel CO2 aus wie ein modernes Gaskraftwerk.

Grund für Deutschlands verheerende Klimabilanz ist neben dem hohen Anteil an Kohlestrom vor allem der Verkehr. Dort sind die CO2-Emissionen seit 1990 nicht gesunken und zuletzt sogar weiter gestiegen. „Deutschland braucht zum Ausstieg aus der Kohle auch eine Verkehrswende. Wer saubere Luft und ein gesundes Klima will, kommt an einem Abschied von Diesel und Benzinern nicht vorbei“, so Münchmeyer.


Greenpeace kommentiert: Warnung der Kanzlerin vor “Nichtstun beim Klimaschutz” sind Selbstgespräche

Vor hohen volkswirtschaftlichen Kosten durch verspäteten Klimaschutz hat heute Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewarnt. Auf dem Petersberger Klimadialog in Berlin sagte die Kanzlerin, die Folgen des Nichtstuns ließen sich kaum beziffern.

Es kommentiert Tobias Münchmeyer, Sprecher von Greenpeace:

„Die Kanzlerin führt Selbstgespräche. Merkels Warnung vor dem Nichtstun ist nur dann etwas wert, wenn sie selbst endlich handelt. Seit Jahren kommt Deutschland beim Klimaschutz nicht vom Fleck. Der Anteil der klimaschädlichen Kohle sinkt viel zu langsam, der CO2-Ausstoß im Verkehr legt sogar noch zu. Solange der Kanzlerin die Interessen von Kohle- und Autokonzernen wichtiger sind als eine konsequente Energie- und Verkehrswende, solange fällt Deutschland beim Klimaschutz immer weiter zurück. Die Kanzlerin hat Recht, wenn sie Taten einfordert: Der Kohleausstieg muss in den kommenden Monaten eingeleitet werden.

Deutschland gehört zu den Hauptverursachern der Klimakrise. Deshalb ist es richtig, dass die Bundesregierung ihren Beitrag zum internationalen Klimafond aufstockt. Aber die Bundesregierung kann sich nicht von ihrer Verantwortung freikaufen, den CO2-Ausstoß schnell zu senken. Das geht nur mit einem Kohleausstieg und dem Abschied von Diesel und Benzinern.“

Pressemitteilungen Greenpeace

Foto: Braunkohletagebau Garzweiler südlich von Mönchengladbach

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