Siegert: „Schaufenster für umweltfreundliche
Innovationen wieder nicht genutzt“
Von 8.-10. Mai findet der diesjährige Hafengeburtstag statt. Der NABU Hamburg bedauert, dass die Stadt trotz der schlimmsten globalen Energiekrise seit den 1970er Jahren keinerlei Änderungen am Programm des Hafengeburtstags vornimmt. Statt die Öffentlichkeit für Einsparungen und eine Mangellage zu sensibilisieren, betreibt die Stadt business as usual. Dass weiterhin während der sensiblen Vogelbrutzeit ein Feuerwerk gezündet wird – obwohl es in diesem Jahr erstmals auch eine Drohnenshow gibt – sieht der NABU ebenfalls kritisch.
Dazu Malte Siegert, Vorsitzender des NABU Hamburg:
„Diesel und Kerosin werden knapp, aber eine bunte Kulisse mit Kreuzfahrern und Schlepper-Ballett geht immer. Da schüttelt man mit dem Kopf. In einer Zeit der größten globalen Energiekrise ist ein ungebremstes „weiter so“ von Großveranstaltungen ohne jede Anpassung an den Status quo komplett realitätsfern. In den 1970er Jahren wurden mit Blick auf eine prekäre Kraftstoffversorgung autofreie Sonntage eingeführt – obwohl die Situation weniger dramatisch war als heute. Dass der Hamburger Senat lieber der Devise „Brot und Spiele“ folgt, anstatt krisenorientierte Politik zu machen, ist bedauerlich. Zumindest auf das Schlepper-Ballett hätte man symbolisch verzichten müssen. Das wäre nicht nur weitsichtig, sondern würde auch ein prominentes Schaufenster für umweltfreundliche maritime Innovationen öffnen. Diese Chance verpasst der Senat abermals“, sagt Malte Siegert, Vorsitzender des NABU Hamburg.
Seit vielen Jahren fordert der NABU Hamburg, dass die Feuerwerke bei Großveranstaltungen durch naturfreundlichere Lichter- oder Drohnenshows ersetzt werden. Feuerwerke sind, besonders zur sensiblen Brutzeit, ein erheblicher Stressfaktor für Vögel und andere Wildtiere. Der NABU begrüßt, dass es in diesem Jahr eine solche Drohnenshow gibt. Dass diese dann allerdings zusätzlich zum Feuerwerk stattfinden soll, stößt auf großes Unverständnis.
Pressemitteilung NABU Hamburg