Hamburger Jusos wollen wieder eine Straßenbahn

Auf ihrer Landesdelegiertenkonferenz im 25 März haben die Hamburger Jusos zur Umsetzung der geplanten Mobilitätswende und zur Erreichung des gesteckten Ziels eines Anteils des Umweltverbundes am Gesamtverkehrsaufkommens von 80 % im Jahr 2030 den Ausbau des schienengebundenen ÖPNVs gefordert. Dafür ist die kontinuierliche Verkehrsplanung für Hamburg durch den Bau einer Niederflur-Straßenbahn zu ergänzen.

“Konkret fordern wir:
– Die Aufnahme einer modernen Niederflur-Straßenbahn als Ergänzung zum Schnellbahn-Ausbau in die verkehrspolitischen Ziele der SPD-Bürgerschaftsfraktion, um gemäß der Festlegung im aktuellen Koalitionsvertrag auch dort ausreichende Kapazitäten im ÖPNV anzubieten, wo die Kapazität der Metro- und Expressbuslinien nicht mehr ausreicht.
– Die Aufnahme von Potentialstrecken für Straßenbahnlinien in die Weiterentwicklung der kontinuierlichen Verkehrsentwicklungsplanung.
– Die frühzeitige Umsetzung von vorbereitenden Maßnahmen entlang möglicher
Straßenbahnlinien, wie zum Beispiel die Freihaltung von Trassen oder die Verlegungen
von unterirdischen Leitungen bei Straßenerneuerungen oder die Dimensionierung von
Unterwerken für eine gemeinsame Nutzung mit der Lade-Infrastruktur für E-Busse.
– Die Hamburger Hochbahn AG mit der Untersuchung von Möglichkeiten zur Ergänzung
des geplanten Schnellbahnausbaus mit einem Niederflur-Straßenbahn-Netz zu
beauftragen.
– Die Hamburger Hochbahn AG mit der Erstellung einer Machbarkeitsuntersuchung über
den Bau einer Straßenbahnstrecke auf dem Abschnitt zwischen Altona und der City Nord
mit einer Weiterführung über Farmsen bis nach Rahlstedt als Ergänzung zum Bau der U5
zu beauftragen.
– Die Hamburger Hochbahn AG mit der Erstellung einer Machbarkeitsuntersuchung über
den Bau einer Straßenbahnstrecke auf der Strecke von Berliner Tor über die Veddel, das
Reiherstiegviertel bis Kirchdorf Süd zur besseren Anbindung dieser Gebiete und zur
Entlastung der S-Bahn-Strecke über die Elbbrücken zu beauftragen.
– Die Erstellung einer Machbarkeitsuntersuchung zur Reaktivierung der Bahnstrecke
zwischen Bergedorf und Geesthacht als Niederflur-Regional-Stadtbahn mit einer Führung über den Bahnhof Bergedorf und Lohbrügge bis nach Mümmelmannsberg zu
beauftragen.

Begründung:
Für das im Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grünen für Hamburg festgelegte Ziel, den Anteil des Umweltverbunds aus Fußverkehr, Radverkehr und der öffentlichen Verkehrsmittel (ÖPNV) bis zum Jahr 2030 auf 80 % zu erhöhen und damit die geplante
Mobilitätswende zu erreichen, wird der ÖPNV einen wesentlichen Beitrag leisten müssen.
Dennoch bleiben auch nach Fertigstellung umfassender Pläne zum Schnellbahnausbau Lücken im ÖPNV-Schienennetz bestehen. Neben dem Ausbau der vorhandenen Verkehrsmittel muss auch die seit Jahrzehnten offensichtliche Lücke zwischen Bus und Schnellbahn geschlossen werden, um so ein flächendeckendes, attraktives und wirtschaftliches Angebot bieten zu können.

Noch bis ins Jahr 2010 wurde dazu der Bau einer Straßenbahn in Hamburg auch von der SPD unterstützt. Unter dem Eindruck des Zerfalls der Regierungskoalition Anfang 2011 und der Nachwirkungen der Finanzkrise von 2008 / 2009 ist die SPD allerdings von diesem Standpunkt abgewichen. Dieser Kurswechsel hat sich schon nach wenigen Jahren als Fehler erwiesen und bedroht mittlerweile die Erreichung der Ziele, welche sich SPD und Grüne in Hamburg zur Mobilitätswende gesteckt haben.”

heißt es im Beschlussbuch der Jusos zur Landesdelegiertenkonferenz

Mehr Infos: https://jusos.spd-hamburg.de/standpunkte (Beschlussbuch-LDK-2023-1.pdf)

Foto: moderne Straßenbahn ohne Oberleitung in Bordeaux

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