Erfolgreicher Naturschutz, aber auch st
arker Druck für Wanderfische wie Stint und Aal
Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) hat die dritte Rote Liste der Süßwasserfische und Rundmäuler Hamburgs veröffentlicht. Die wissenschaftliche Bestandsaufnahme dokumentiert den Zustand der heimischen Fischfauna und liefert das zentrale Fundament für den Schutz der städtischen Gewässer.
Die Ergebnisse zeigen ein geteiltes Bild: Während Naturschutz- und Renaturierungsmaßnahmen bei einigen Arten bereits messbar greifen, stehen viele typische Elbfische durch Klimawandel und Lebensraumverluste weiterhin unter starkem Druck.
Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Die Rote Liste zeigt uns schwarz auf weiß, wo unsere Gewässerschutzmaßnahmen bereits wirken und wo wir noch nachsteuern müssen. Dass sich Arten wie das Bachneunauge oder die Groppe erholt haben und nicht mehr als gefährdet gelten, beweist eindeutig: Naturschutz wirkt. Durch die Tideelbe tragen wir eine bundesweite Verantwortung für Wanderfische wie Stint und Aal. Diese Arten müssen Hamburg auf ihrem Weg unbeschadet passieren können. Wir werden unsere Bäche und Flüsse deshalb weiterhin konsequent ökologisch aufwerten – für eine lebendige Unterwasserwelt und eine nachhaltige Stadt. Ich danke allen Ehrenamtlichen, die mit ihrem Engagement die Rote Liste der Fische möglich machen.“
Die zentralen Ergebnisse im Überblick
Artenvielfalt in Hamburg: Von insgesamt 53 etablierten Fisch- und Rundmaularten im Stadtgebiet gelten 47 als heimisch. Fast die Hälfte dieser heimischen Arten ist aktuell gefährdet.
43 Prozent auf der Roten Liste: Bedenklich bleibt, dass 20 der 47 bewerteten heimischen Arten (43 Prozent) als gefährdet eingestuft werden müssen. Insgesamt 14 Arten wurden schlechter bewertet als bei der letzten Erhebung im Jahr 2015.
Schlüsselrolle für Wanderfische: Für fast jede dritte heimische Art (15 von 47) trägt Hamburg eine hohe bis sehr hohe Erhaltungsverantwortung für ganz Deutschland. Die Tideelbe dient Fischen wie Stint, Finte, Lachs oder Aal als unverzichtbare Lebensader zwishen Nordsee und den Oberläufen.
Messbare Erfolge durch Naturschutz: Drei Arten konnten ihren Status verbessern (Bachneunauge, Groppe und Nase). Das Bachneunauge sowie die Groppe gelten dank saubererer Gewässer und besserer ökologischer Durchgängigkeit mittlerweile wieder als ungefährdet.
Gefährdungsursachen und Gegenmaßnahmen
Hauptgründe für die Gefährdung vieler Arten sind Wanderhindernisse, der historische Gewässerausbau, Verschmutzungen sowie steigende Wassertemperaturen infolge des Klimawandels. Um diesem Trend entgegenzuwirken, setzt Hamburg die europäische Wasserrahmenrichtlinie konsequent um und treibt das Naturschutzgroßprojekt „Hamburg, deine Flussnatur“ voran. Ziel des Projektes ist es, das einzigartige Gewässernetz Hamburgs nachhaltig zu stärken, natürliche Uferstrukturen wiederherzustellen und Laichplätze zu sichern. Hierfür sind über 500 verschiedene Maßnahmen vorgesehen.
Fundierte Datengrundlage dank Ehrenamt
Die Rote Liste basiert auf der Auswertung sämtlicher Daten des Artenkatasters Hamburg bis Ende 2024. Ein wesentlicher Teil dieser Daten geht auf die langjährige Arbeit zahlreicher Fachleute sowie vieler ehrenamtlich engagierter Naturbeobachterinnen und Naturbeobachter zurück.
Die vollständige Publikation steht unter Rote Listen Hamburg – Gefährdete Arten – hamburg.de zur Verfügung. Mehr Informationen zum Naturschutzgroßprojekt “Hamburg, deine Flussnatur” finden Sie unter Hamburg, deine Flussnatur – Für lebendige Flussnatur.
Pressemitteilung Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA)