Ist Torferde immer billiger? Fünf Mythen über Blumenerde

Zur bundesweiten Aktionswoche „Torffrei gärtnern“ räumt der NABU mit Mythen über Torferden auf
Frühlingszeit ist Pflanzzeit. Viele Menschen füllen ihre Blumenkästen immer noch mit torfhaltiger Blumenerde, obwohl für deren Produktion wertvolle Moore zerstört werden. 2023 wurden allein in Deutschland noch rund 2,6 Millionen Tonnen Torf abgebaut. Dabei gibt es gute Alternativen ohne Torf. Leider halten sich jedoch hartnäckige Vorurteile gegen torffreie Erden. Der NABU räumt mit fünf Mythen auf.

Mythos 1: Torferde ist billiger
Nicht immer. Torfhaltige Erde kann manchmal sogar teurer sein, weil Torfabbau, Transport und Verarbeitung kostenintensiv sind. Viele Discounter und Baumärkte bieten inzwischen torffreie Varianten zu vergleichbaren Preisen von Torferden an. Je mehr die Nachfrage nach torffreien Erden steigt, desto billiger kann sie produziert werden.

Mythos 2: Pflanzen wachsen besser in Torferde
Nein. Zahlreiche Versuche im Erwerbsgartenbau zeigen: Bei angepasster Bewässerung und Düngung wachsen viele Kulturen in torffreien Substraten genauso gut wie in Torfsubstraten. Entscheidend für gutes Wachstum sind Wasser- und Nährstoffmanagement, nicht der Torf an sich. „Allerdings muss man darauf achten, bei torffreier Erde häufiger zu gießen und zu düngen, dann klappt es genauso gut“, rät NABU-Pressesprecherin Silvia Teich.

Mythos 3: Es gibt wenig gute Alternativen
Falsch! Torffreie Erden bestehen hauptsächlich aus Rindenhumus, Kompost, Holzfasern, Kokos, Tonminerale oder Pflanzenkohle. Für Hobby- und Profigärtner stehen auch spezialisierte torffreie Produkte, wie Anzuchterden, Gemüseerden, und Kübelpflanzenerden, zur Verfügung.

Mythos 4: Torffreie Erde ist schwer zu bekommen
Gar nicht. Viele Discounter, Baumärkte und Gartencenter führen inzwischen torffreie Erden standardmäßig im Sortiment – oft deutlich gekennzeichnet als „torffrei“. Teich: „Wichtig: Immer gezielt auf die Bezeichnung torffrei achten – Wo torfreduziert oder nur bio draufsteht, kann weiterhin viel Torf enthalten sein.“

Mythos 5: Die Umstellung ist schwierig
Falsch! Wenn man einiges beachtet, funktioniert der Umstieg gut. Torffreie Erden verhalten sich teilweise anders, vor allem beim Wasserhaushalt und bei der Düngung. Durch den Verzicht auf Torf kann Blumenerde weniger Wasser speichern als klassische Torferden und trocknet an der Oberfläche schneller ab. Wasser versickert schneller und kann sich eher am Boden des Gefäßes sammeln. Daher vor dem Gießen mit dem Finger zwei bis drei Zentimeter in die Erde pieken und so prüfen, ob wirklich Wasser benötigt wird. Lieber öfter und in kleineren Mengen gießen. Staunässe unbedingt vermeiden. Gefäße mit Wasserspeicher können helfen, die ideale Erdfeuchte zu halten. Blumenerde und Dünger aufeinander abstimmen: Erden mit vielen Holzbestandteilen brauchen z.B. eher eine stickstoffbetonte Düngung. Erden mit Kompost enthalten oft viel Phosphor – hier muss man in der Regel nicht zusätzlich düngen. Teich: „Ein guter Tipp ist, die torffreie Erde mit reifem Kompost aus dem Garten zu mischen.“

Die Bundesweite Aktionswoche „Torffrei gärtnern!” findet vom 13. bis 22. März 2026 statt. Sie ist eine Initiative des Bundesministeriums für Landwirtschaft, unterstützt durch Unternehmen, Verbände sowie Umwelt- und Naturschutzorganisationen, um das Gärtnern ohne Torf zu fördern.

Mehr Infos: www.NABU.de/torffrei

NABU-Aktion: Wir gärtnern ohne Torf: https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/aktionen-und-projekte/torffrei-gaertnern/index.html

Pressemitteilung NABU

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