Noch bevor die Europäische Union die
Landstromversorgung für Kreuzfahrtschiffe ab 2030 verpflichtend macht, will die Stadt Hamburg bereits ab 2027 den weißen Riesen die Abnahme von grünem Strom an der Kaikante verbindlich vorschreiben. Diese Entscheidung kommentiert der Vorsitzende des NABU Hamburg, Malte Siegert, wie folgt:
„Wir begrüßen die Entscheidung der Freien und Hansestadt Hamburg, Landstrom ab 2027 verpflichtend zu machen, außerordentlich. Das ist gut für die Natur, für das Klima, vor allem aber für den Gesundheitsschutz der Bürger*innen. Hamburg ist damit ein Vorreiter beim Thema Landstrom und die Entscheidung zeigt, dass die politischen Entscheider*innen die Bedeutung erkannt haben. Schließlich sind es mehrere Millionen Euro Steuergelder, die für den Gesundheits- und Klimaschutz aufgewendet werden. Da darf es kein Belieben der Kreuzfahrtindustrie geben.
Die Verpflichtung zur Landstromabnahme ist auch ein Erfolg des jahrelangen Engagements des NABU. Der Verband hat mit bildstarken Kampagnen einerseits sowie der Zusammenarbeit mit der maritimen Wirtschaft, Politik und Verwaltung andererseits über viele Jahre erfolgreich die Aufmerksamkeit auf das Thema Luftschadstoffe und Klimagase aus Schifffahrt und Häfen gelenkt.“
Bereits seit 2010 setzt sich der NABU im Rahmen der Kampagne „Mir stinkt’s – Kreuzfahrtschiffe sauber machen“ für die externe Versorgung der Kreuzfahrtschiffe mit Landstrom ein. Seit 2016 gibt es die Landstromanlage in Altona, Steinwerder und Hafencity folgten. Bezogen sich die Aktivitäten des NABU zu Beginn vor allem auf Aspekte der Luftreinhaltung mit der Vermeidung von Schwefeldioxid, Stickoxiden, Feinstaub und der krebserregenden Komponente Ruß, rückte der klimaschädliche Ausstoß von Treibhausgasen während der rund zehnstündigen Liegezeit der Kreuzfahrtschiffe stärker ins Bewusstsein. Mit seiner fachlichen Expertise hat der NABU national wie international dazu beigetragen, dass wirkungsvolle Maßnahmen gegen Schiffsemissionen ergriffen werden.
Pressemitteilung NABU Hamburg