“Lasche Vorgaben für Autoindustrie”

Greenpeace-Kommentar zu den heute vorgeschlagenen EU-Flottengrenzwerten bei Pkw: Neue CO2-Grenzwerte für Pkw nach 2021 hat die EU-Kommission heute vorgeschlagen. Der durchschnittliche Verbrauch aller Neuwagen eines Herstellers soll demnach bis 2030 um 30 Prozent gegenüber 2021 sinken.

 

Die 2009 eingeführten EU-Flottengrenzwerte sind in den vergangenen Jahren bereits regelmäßig verschärft worden, haben den CO2-Ausstoß jedoch nicht sinken lassen. Mit 166 Millionen Tonnen CO2, verursachte der Verkehr in Deutschland im Jahr 2016 sogar etwas mehr Treibhausgase als 1990 (164 Mio. Tonnen).

Es kommentiert Greenpeace Verkehrsexperte Benjamin Stephan:

„Mit diesen laschen Vorgaben braucht sich die Autoindustrie auch künftig nicht um den Schutz des Klimas zu scheren. Wenn wir die in Paris vereinbarten Klimaziele ernst nehmen, dürfen ab dem Jahr 2025 keine weiteren Autos mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. Die Kommission aber rechnet selbst 2030 noch mit 80 Prozent Verbrennern auf unseren Straßen. Das hat mehr mit Dieselschutz als mit Klimaschutz zu tun.

Die kommende Bundesregierung darf diesem Vorschlag nicht zustimmen. Sie muss die deutschen Hersteller mit einem klaren Ausstiegsdatum für den Verbrenner davor bewahren, noch länger in der Schmuddelecke der Klimazerstörer zu stehen.“

Mehr Infos: www.greenpeace.de

Hintergrund: Welche Konsequenzen die Ziele des Pariser Klimaabkommens auch für den Verkehr haben, hat eine Studie des New Climate Institute im Auftrag von Greenpeace gezeigt. Damit Deutschland einen Beitrag dazu leistet, den Temperaturanstieg bei 1,5 Grad zu stabilisieren, müssen spätestens bis 2035 alle Verbrennungsmotoren von der Straße verschwunden sein. Bei Lebenszyklen von etwa 10 Jahren bedeutet das, ab 2025 keine weiteren Neuzulassungen von Pkw mit Benzin- oder Dieselmotor. Die Studie online: http://bit.ly/2g6w7il

Pressemitteilung Greenpeace

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