Nur für kurze Zeit: Der NABU lädt ei
n, Glühwürmchen zu erleben
Die Sommersonnenwende beschert uns nicht nur den kalendarischen Sommerbeginn. In der Natur ist die Tageslänge ein wichtiger Taktgeber im Jahresverlauf. Das zeigt sich jetzt wieder, wenn pünktlich um die kürzeste Nacht des Jahres die Glühwürmchen zu schwärmen beginnen.
Auch wenn die auf dem Boden oder an Grashalmen sitzenden Weibchen ein bisschen so aussehen: Glühwürmchen sind keine Würmer, sondern Käfer. „Von den drei heimischen Leuchtkäferarten ist besonders der Kleine Leuchtkäfer interessant“, weiß NABU-Sprecher Helge May. „Bei dieser einen Zentimeter langen Art leuchten nicht nur die flugunfähigen Weibchen, sondern auch die Männchen bei ihrem Suchflug nach Fortpflanzungs-Partnerinnen. Wenn es in der Luft gespenstisch leuchtet, sind das immer Männchen des Kleinen Leuchtkäfers.“
Leuchtkäfer leben drei Jahre lang als asselähnliche Larven und ernähren sich dabei von Schnecken aller Art. Die fertig entwickelten Insekten leben dagegen nur wenige Tage. Daher das genau getaktete Leuchten: „Wenn das Käfer-Dasein gerade mal fünf oder zehn Tage dauert und das einschließlich Begattung und Eiablage, sollten sich Weibchen und Männchen tunlichst nicht verpassen. Es gibt bei dieser Partnerbörse keine Chance auf ein zweites Date!“
Leuchtkäfer meiden trockene Lebensräume. Man findet sie vor allem in Wiesen, am Rand von Auwäldern und an Ufern, aber auch in naturnahen Parks und Gärten. Das Leuchtspektakel beginnt in warmen, möglichst windstillen Nächten meist gegen 22 Uhr und dauert bis Mitternacht. Wer es genießen möchte, muss sich eilen, spätestens Mitte Juli ist es mit dem Leuchten vorbei.
Geführte Glühwürmchen-Spaziergänge sind beliebt, viele Veranstaltungen sind rasch ausverkauft. Unter www.NABU.de/Gluehwuermchen-erleben hat der NABU für die kommenden beiden Wochen bundesweit 40 Termine gesammelt, bei denen – Stand jetzt – noch Plätze frei sind.
WUZ-Info: Leider keine Führungen in Hamburg oder Schleswig-Holstein
Zusatzinformationen
-Kaltes Licht für heiße Nächte: Glühwürmchen erzeugen ihr Licht auf biochemischem Weg. Beteiligt sind unter anderem Sauerstoff, der Stoff Luciferin und Enzyme. Da bei dieser Reaktion anders als zum Beispiel bei Glühlampen kaum Hitze entsteht, wird es als „kaltes Licht“ bezeichnet.
-Wer leuchtet da? Von den heimischen Arten glimmt der Kurzflügel-Leuchtkäfer lediglich bei Gefahr. Für die Weibchensuche verlässt sich das Männchen ähnlich wie Nachtfalter auf seinen guten Geruchssinn. Beim Großen Leuchtkäfer sendet nur das Weibchen Dauerlicht, das Männchen bleibt unbeleuchtet, beim Kleinen Leuchtkäfer geben Weibchen und Männchen Leuchtsignale. Ist ein Weibchen gefunden, lässt sich das Männchen auf den Boden plumpsen und es kommt zur Begattung.
-War früher mehr Glühen? Laut bundesweiter Roter Liste sind die Bestände der heimischen Leuchtkäfer ungefährdet und in den letzten Jahren stabil. Langfristig sind leichte Rückgänge festzustellen. Der Kleine Leuchtkäfer wird nach Norden hin seltener, seine Verbreitungsgrenze zieht sich durch Schleswig-Holstein, in Skandinavien kommt er nicht vor.
Pressemitteilung NABU