Mauersegler haben es in Hamburg schwer.
Mit Nisthilfen kann man den Sommerboten wirkungsvoll helfen.
Am 7. Juni ist der Internationale World Swift Day. An diesem Tag wird auf Swifts, also auf die Familie der Segler (Apoidae), aufmerksam gemacht. Segler sind flinke, schwalbenähnliche Vögel, die allerdings keine enge Verwandtschaft mit Schwalben teilen. Ihr bekanntester Vertreter ist der Mauersegler (Apus apus), der auch in Hamburg zu sehen und zu hören ist.
Mauersegler erreichen im Horizontalflug Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h und ziehen im Dauerflug von ihren nördlichsten Verbreitungsgebieten in Nordeuropa bis nach Afrika südlich der Sahara. Nach dem Verlassen des Nests befinden sich Mauersegler nahezu ununterbrochen in der Luft – ob sie schlafen, jagen oder fressen. Mit einer Ausnahme: Während der Brutzeit landen die adulten Vögel nach einem Jahr Flugzeit, um die nächste Generation aufzuziehen, Eier auszubrüten und Jungvögel zu füttern.
In Hamburg sind Mauersegler von Mai bis August zu beobachten. Für viele Menschen ist ihr typischer Ruf, ein schrilles „sri-sri“, daher ein wichtiger Teil der sommerlichen Geräuschkulisse in der Stadt. In großen Gruppen fliegen die eleganten Segler über die Häuser der Innenstadt und machen auf sich aufmerksam. Dort können sie sehr häufig beobachtet werden.
Ursprünglich sind Mauersegler Felsenbrüter, die ihre Jungen in engen Felsspalten aufziehen. Gebäude sind für sie daher ideale Brutstandorte, weshalb sie neben dem Haussperling zu den typischen Kulturfolgern zählen.
Der Mensch trägt eine besondere Verantwortung für den Bruterfolg und damit für die Bestandsentwicklung des Mauerseglers. Noch gibt es in Hamburg rund 4.500 Brutpaare. Was nach viel klingt, ist jedoch fragiler, als es scheint. Die fortlaufende Sanierung von Fassaden und Dächern hat leider schwerwiegende Folgen für die Bestände der Mauersegler. Sie verlieren auf diesen Weg häufig ihre Nistmöglichkeiten. Seit 1992 ist der Brutbestand in Hamburg um mehr als 20 Prozent zurückgegangen. Auch die letzte NABU-Zählaktion Anfang Mai 2026 zeigte, dass Mauersegler immer seltener in Hamburg beobachtet werden.
Der NABU Hamburg appelliert daher an Hausbesitzer*innen, künstliche Nisthilfen anzubringen. Besonders nach Renovierungen in bestehenden Revieren können Nistkästen dazu beitragen, den Brutbestand zu stabilisieren. Der NABU hofft, durch die kontinuierliche Anbringung von Nistkästen in Kooperation mit Wohnungsgenossenschaften, Baugesellschaften und der Behörde für Umwelt dem Negativtrend der vergangenen Jahre entgegenzuwirken.
Weitere Informationen zu diesem Thema unter www.NABU-Hamburg.de/gebaeudebrueter
Foto: NABU-mauersegler_Fotonatur ©
Pressemitteilung NABU Hamburg