… in der Bürgerschaft und fordert weitere Schritte
NABU: Bestehende wertvolle oder bedrohte Lebensräume müssen vor einer Inanspruchnahme geschützt werden.
Am 25.03.2026, befasste sich die Hamburgische Bürgerschaft mit dem Antrag „Hamburgs Biotopverbund stärken – Analysen und Maßnahmen für eine Umsetzung des Biotopverbunds”. Dieser wird vom NABU Hamburg begrüßt. Der Antrag sieht vor, dass der Erhalt und die Vernetzung von Lebensräumen in der Stadt gefördert werden sollen – ein wichtiges Signal aus der Politik zur Unterstützung der Aktivitäten der Umweltbehörde (BUKEA).
Dazu Christina Wolkenhauer, Zweite Vorsitzende des NABU Hamburg:
„Dass sich die Regierungsfraktionen für die Stärkung des Biotopverbunds aussprechen, ist erfreulich. Flächenankäufe zu priorisieren und im Detail zu prüfen, welche Maßnahmen grundsätzlich und einzelnen Artengruppen helfen würden, ist sinnvoll. Neben der Prüfung gibt es allerdings weitere aus unserer Sicht wirksame Maßnahmen, die die Koalition direkt anpacken könnte und sollte.“
Dazu gehört eine deutliche Zurückhaltung bei Bauvorhaben, die Flächen, die für den Biotopverbund wichtig sind, in Anspruch nehmen. Gerade im Hinblick auf die Umsetzung des Bauturbos könnte Hamburg tatsächlichen Biotopflächenschutz betreiben, indem der §246e, der vereinfachtes Bauen im Außenbereich (also auch unter Umständen auf Biotopverbundsflächen) nicht angewendet wird. Darüber hinaus sind bereits wirksame Instrumente vorhanden, Biodiversität und Biotopverbund zu stärken. Erwähnt seien nur die konsequente Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung oder die Einführung eines Biotopflächenfaktors bei innerstädtischen Bauprojekten. Durch den Biotopflächenfaktor könnten ergänzend Trittsteinbiotope im urbanen Bereich erhalten und entwickelt werden, wo Flächenankäufe nicht möglich sind.
„Um das erklärte Ziel zu erreichen, gilt es insbesondere das Prinzip ‘Erhalt vor Ersatz’ zu stärken und bestehende wertvolle oder bedrohte Lebensräume vor einer Inanspruchnahme zu schützen,“ so Wolkenhauer. „Sonst gehen wertvolle Biotopverbundflächen verloren und selbst wenn Hamburg dann mit großem Aufwand versucht nachzubessern, so sinkt am Ende doch die Qualität. Ökologisch und ökonomisch ist es insofern erforderlich, dass Biotopverbundflächen erhalten und entwickelt werden.”
Pressemitteilung NABU Hamburg