NABU begrüßt Vorschläge zum Aktionsprogramm

… Natürlicher Klimaschutz – Krüger: Entscheidend ist, dass jetzt alle Akteure an einem Tisch zusammenkommen
Der NABU bewertet die heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgestellten Vorschläge zur Weiterentwicklung des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) als wichtigen Schritt für Klima, Natur und Gesellschaft. Besonders positiv sieht der NABU die geplante Förderung für besseres Waldmanagement, die Wiedervernässung von Mooren und den Schutz humusreicher Böden.

„Carsten Schneider schärft das wichtigste Instrument für Klima- und Umweltschutz”, sagt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. „Mit neuen Vorschlägen für mehr Kooperation im Waldumbau, für das Großthema Wasser in der Landschaft und zukunftsgerichtete Biomassenutzung beweist er Fingerspitzengefühl. Wir sehen hier notwendige Schritte auf einem Pfad, der Klima, Biodiversität und der Wirtschaft in den ländlichen Räumen gleichermaßen neue Chancen öffnet.“

Das Ministerium legt erstmals auch einen Zielpfad zur Reduktion der Emissionen aus entwässerten Moorböden bis 2045 vor und erteilt damit Rufen nach Absenkung von Klimazielen eine Absage. „Für den Klimaschutz braucht es allerdings auch kurzfristige Fortschritte. Um die Wiedervernässung von Mooren in gebotener Geschwindigkeit umsetzen zu können, benötigen wir schon jetzt die Anpassung rechtlicher Rahmenbedingungen“, so Krüger.

Besonders begrüßt der NABU die Idee, eine Zukunftskommission Wald einzusetzen, die alle relevanten Akteure an einen Tisch bringt. „Das gemeinsame Ziel ist unbestritten der Walderhalt. Wenn Waldbesitzende, Wissenschaft, Naturschutz und Politik gemeinsam Lösungen entwickeln, erreichen wir das Ziel“, so Krüger. „Das ist der richtige Ansatz für echte Zukunftsperspektiven.“

Mit dem heutigen Vorschlag wird das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz zu einem zentralen Instrument für gesunde Wälder, Moore und Böden sowie für mehr Resilienz, Artenvielfalt und Lebensqualität.

Pressemitteilung NABU


Zu wenig beim Moorschutz
Heute (29.9.) hat das Bundesumweltministerium einen Vorschlag zur Weiterentwicklung des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) vorgestellt. Dazu erklärt Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

„Die Weiterentwicklung des ANK ist richtig. Es muss als zentrales Förderinstrument für den natürlichen Klimaschutz langfristig Wirkung haben, um nachhaltige Erfolge zu bringen. Auch die Landnutzenden brauchen Planungssicherheit. Beim Blick aufs Detail fällt jedoch insbesondere bei den Mooren, die zusammen mit dem Wald der zentrale Lebensraum zur CO2-Speicherung im Landnutzungssektor sind, ein gravierender Widerspruch zum Koalitionsvertrag auf: Statt die nationale Moorschutzstrategie wie vorgesehen zu verstetigen, werden die Ambitionen herabgesetzt. Statt fünf Millionen Tonnen Treibhausgase jährlich bis 2030 durch Moorwiedervernässungen einzusparen, sollen jetzt nur noch 2,5 Millionen Tonnen jährlich ausreichen. Das wird nicht genügen, um unsere Klimaziele zu erreichen.

Immerhin gibt es mit der Weiterentwicklung jetzt auch konkrete Zielvorgaben bis 2040 bzw. 2045. Allerdings bleiben auch diese hinter wissenschaftlichen Einschätzungen dessen zurück, was nötig wäre. Die Bundesregierung hat aber offenbar begriffen, dass ohne großflächige Moorwiedervernässung selbst diese weniger ambitionierten Ziele unerreichbar bleiben.“

Pressemitteilung BUND

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