Der NABU Hamburg begrüßt die positive
Straßenbaumbilanz der BUKEA und den aktuellen Anstieg des Straßenbaumbestands. Dazu Christina Wolkenhauer, 2. Vorsitzende des NABU Hamburg: „Der NABU Hamburg plädiert weiterhin dafür, den Fokus auf den Erhalt von Bäumen zu legen. Wir können uns weitere Baumverluste einfach nicht leisten.
Mit dem Verlust von alten Bäumen verschwinden zahlreiche wichtige Ökosystemdienstleistungen: Die Abmilderung des Stadtklimas, die Schadstofffilterung der Blätter, die Sauerstoffproduktion und Kohlenstofffixierung, die vor dem Hintergrund des Klimawandels von höchster Relevanz sind. Zusätzlich geht auch Lebensraum und Nahrung für zahlreiche Tierarten verloren. Um diese Funktionen auch nur annähernd zu ersetzen, müssen Abgänge von großen und alten Bäumen mit mehreren kleinen ausgeglichen werden.“
Diese Ökosystemfunktionen können nur alte etablierte bzw. große Bäume erfüllen. Eine Nachpflanzung im Verhältnis von aktuell etwa 1 : 1,1 ist nicht ausreichend, um die Abgänge adäquat zu ersetzen, zumal auf Grund der schwierigen Standortbedingungen von Straßenbäumen nicht sichergestellt ist, ob alle nachgepflanzten Bäume überhaupt ein entsprechendes Alter erreichen. Der NABU fordert daher auch mehr Anstrengung bei Erhalt und Entwicklung von Baumstandorten an Straßen, auch durch einen Rück- und Umbau von Parkplätzen. Das aktuelle Moratorium für den Abbau von Parkplätzen stellt hier ein deutliches Hindernis dar. Die Weiterentwicklung des Hamburger Straßenbaumbestands kann ohne eine innovative Stadtentwicklung und Verkehrsplanung nicht funktionieren.
Pressemitteilung NABU Hamburg
Ausgezeichnetes Straßenbaum-Management:
Hamburg zieht erneut positive Straßenbaumbilanz
Die aktuelle Straßenbaumbilanz fällt sehr positiv aus: Zum zweiten Jahr in Folge wurden in Hamburg mehr Bäume gepflanzt als gefällt. Dafür hat der Senat seit 2024 zusätzlich 5,5 Mio. Euro bereitgestellt. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist das hochprofessionelle Straßenbaum-Management der Freien und Hansestadt – dafür wurde Hamburg kürzlich als „Europas Stadt der Bäume 2025“ ausgezeichnet.
Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Bäume sind die grüne Infrastruktur Hamburgs: Sie beschatten ein Viertel der gesamten Stadtfläche, kühlen unsere Stadt in immer heißeren Sommern ab, sie filtern Schadstoffe aus der Luft und binden CO₂ – Bäume sind zentral für Klimaschutz und Lebensqualität in Hamburg. Deshalb arbeiten wir hart daran, den wertvollen Baumbestand nicht nur zu erhalten, sondern noch zu erweitern. Dafür haben wir seit 2024 zusätzlich 5,5 Mio. Euro investiert. Die Straßenbaumjahresbilanz 2024 zeigt, dass die Maßnahmen Erfolg haben. Das liegt vor allem an den Kolleginnen und Kollegen in Umweltbehörde und Bezirken, die tagtäglich für unsere Straßenbäume im Einsatz sind. Ich freue mich sehr, dass ihre Arbeit mit dem Preis für Hamburg als ‚Europas Stadt der Bäume 2025‘ ausgezeichnet wurde.“
1.850 neue Straßenbäume für Hamburg und ein positiver Trend
2024 kann Hamburg zum zweiten Mal in Folge eine positive Baumbilanz vorweisen: Es wurden 1.850 Straßenbäume gepflanzt und damit 285 mehr als in dem Jahr gefällt werden mussten. Dieses Ergebnis ist das Resultat intensiver Anstrengungen: Seit 2015 ist Hamburgs Straßenbaumbestand kontinuierlich gewachsen. Aktuell weist die Hamburger Statistik insgesamt knapp 230.000 Straßenbäume im gesamten Stadtgebiet aus. 2023 konnte erstmals eine positive Bilanz erreicht werden. Für diesen positiven Trend investiert Hamburg: Für die Jahre 2024 und 2025 hat der Senat 5,5 Millionen Euro zusätzlich für die Pflanzung von Straßenbäumen bereitgestellt.
Weniger Fällungen durch Baumaßnahmen
Besonders positiv ist, dass die Zahl der Baumfällungen durch Baumaßnahmen deutlich gesunken ist. Während in den vergangenen Jahren rund 25 Prozent der Fällungen darauf entfielen, ist der Anteil deutlich gesunken. Im Jahr 2024 lag der Anteil noch bei rund 15 Prozent – trotz der Vielzahl an Baumaßnahmen konnte der Anteil also deutlich reduziert werden.
Ausgezeichnetes Straßenbaum-Management
Als „European City of the Trees“ ausgezeichnet, wirkt die Hansestadt in vielen Bereichen für Straßenbäume: Der Baumschutz hat bei Straßenbauarbeiten Priorität, das digitale Baumkataster ermöglicht ein modernes Monitoring des Baumbestandes und Hamburgs Forschung untersucht u. a., welche Baumarten dem Klima in einer Metropole wie Hamburg künftig standhalten können.
Zum Erhalt der Bäume ist etwa das Hamburger Ulmenprogramm beispielhaft. Alle Ulmen auf öffentlichem Grund werden in Hamburg erfasst. Der Ulmenbestand wird kontinuierlich überwacht, kranke Bäume entfernt oder befallene Kronenteile frühzeitig ausgeschnitten. Zudem werden zur Vorbeugung ausgewählte Ulmen und Baumgruppen geimpft, um ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken. Bei Neupflanzungen werden widerstandsfähige Ulmenarten verwendet.
Pressemitteilung der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft