NABU: Korken-Rekordjahr 2023

Über 44 Tonnen Korken für den Kranichschutz
Im vergangenen Jahr wurden über die NABU-KORKampagne bundesweit über 44.000 Kilo Korken gesammelt – so viele wie noch nie zuvor innerhalb eines Jahres. Die Korken werden so vor der Vernichtung als Müll bewahrt und können zu ökologischem Dämmgranulat weiterverarbeitet werden. Mit fast 1.500 offiziellen Sammelstellen gibt es auch hier einen neuen Höchstwert zu verzeichnen. Die Erlöse der gesammelten Korken kommen dem Kranichschutz an der Elbe und in deren Überwinterungsgebieten in Spanien zugute.

 

Weitere Infos zum Projekt und eine Übersicht über alle Sammelstellen gibt es unter www.KORKampagne.de.

„Korken sind kein Müll, sondern eine wertvolle Ressource. Es ist sehr erfreulich, dass immer mehr Menschen das erkennen und ihre Korken an Sammelstellen abgeben. Wir spüren, dass die Wertschätzung für natürliche Ressourcen steigt. In Zeiten, in denen wir über Ressourcenknappheit und Kreislaufwirtschaft diskutieren, ist das ein tolles Signal. Die KORKampagne ist ein großartiges Projekt, das zeigt, dass auch die kleinen alltäglichen Dinge einen wirkungsvollen Beitrag zum Naturschutz leisten können“, sagt Malte Siegert, Vorsitzender des NABU Hamburg.

Die gesammelten Korken werden in gemeinnützigen Werkstätten zu umweltfreundlichem Dämmgranulat verarbeitet. Die Werkstätten zahlen für jeden gesammelten Korken einen Obolus für den Kranichschutz: Je zur Hälfte an den NABU Hamburg und die spanische Naturschutzorganisation Sociedad Española de Ornitología (SEO/BirdLife). Im Jahr 2023 kamen so 8.800 € zusammen. Die Gelder werden vom NABU Hamburg für den Erhalt der Kranichbrutplätze an der mittleren Elbe eingesetzt. Mit großem Erfolg: Durch die Biotoppflege und Artenschutzmaßnahmen hat der fast erloschene Kranichbestand dort zugenommen und bleibt stabil. Die SEO verwendet das Geld für das Projekt “Kranich-Schutz” in der spanischen Extremadura.

„Diese uralte Kulturlandschaft im Südwesten Spaniens ist Überwinterungsgebiet von bis zu 100.000 nordosteuropäischen Kranichen und Heimat der Korkeiche sowie zahlloser anderer sehr seltener Tier- und Pflanzenarten. Die Korkeichenwälder sind durch landwirtschaftliche Intensivierungsmaßnahmen und Bauvorhaben gefährdet. Der Naturschutz- und Öffentlichkeitsarbeit von SEO/BirdLife ist es zu verdanken, dass mittlerweile fast ein Drittel der Extremadura als EU-Vogel­schutz­gebiet ausgewiesen worden“ sagt Guido Teenck, Referent für Umweltbildung beim NABU Hamburg, der die KORKampagne betreut.

Hintergrund:

Im November 1994 wurde Die KORKampagne – Korken für den Kranichschutz mit 60 Korken-Sammelstellen vom Naturschutzbund (NABU) Hamburg und dem Bezirksamt Hamburg-Nord gestartet – mit Unterstützung der Stadtreinigung Hamburg und vieler Sponsoren. Insgesamt hat das Projekt seit 1994 über 700 Tonnen Korken (das entspricht ca. 5.600 m³ oder über 175 Millionen Korken) erfasst und zur Verarbeitung an gemeinnützige Einrichtungen weitergegeben. Allein im letzten Jahr (2023) wurden fast 44 Tonnen gesammelt. Seit 2015 findet das Recycling der Korken im gemeinnützigen Bürger-Service Trier (Projekt „King Kork“) statt. Gesammelt und verarbeitet werden ausschließlich Flaschenverschlüsse aus Natur-Korken.

Pressemitteilung NABU Hamburg

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