… und fordert klare industriepolitische Perspektiven
Steffi Ober, Teamleiterin Transformation beim NABU-Bundesverband, anlässlich der aktuellen Debatte über eine mögliche Abschaffung des europäischen Emissionshandels im Vorfeld des EU-Gipfels:
„Der NABU warnt eindringlich davor, den europäischen Emissionshandel zu schwächen oder infrage zu stellen. Ein Aufweichen dieses zentralen klimapolitischen Instruments würde der Industrie mehr schaden als nützen. Der ETS ist ein klimapolitisches Instrument, um die Emissionen zu senken und Investitionssicherheit für die Industrie zu gewährleisten. Bereits die aktuelle Debatte führt zu Verunsicherung und erschwert den Zugang zu Finanzierung für dringend benötigte Investitionen.
Was es jetzt vielmehr braucht, ist eine entschlossene Industriepolitik, die die Transformation aktiv unterstützt, finanziell flankiert und durch klare, langfristige Perspektiven absichert. Wer den Emissionshandel infrage stellt, riskiert zudem, Europa im internationalen Wettbewerb zurückzuwerfen.China baut seine erneuerbaren Energien mit Milliardenbeträgen aus und macht sich zunehmend unabhängig von fossilen Importen. Gerade in der aktuellen geopolitischen Lage wird diese Unabhängigkeit zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Ein Abrücken von zentralen Klimaschutzinstrumenten würde zudem die Verpflichtungen aus dem Paris Klimaabkommen untergraben. Das hält die Klimakrise jedoch nicht auf – es verschärft die sozialen Folgen und verschiebt die Lasten auf die Schwächsten und nachfolgende Generationen.“
Pressemitteilung NABU