Der NABU Hamburg hat dank vieler privater Spenden sein größtes Naturschutzprojekt inder niedersächsischen Elbtalaue deutlich erweitert. In den Pevestorfer Wiesen, nahe der Ortschaft Gartow im Landkreis Lüchow-Dannenberg, schützt der NABU bereits über 80 Hektar Land. Durch einen weiteren Landkauf wurden jetzt knapp 3 Hektar dauerhaft für die besondere Artenvielfalt der Elbaue gesichert.
„Die intensive Nutzung und Zerstörung unserer Landschaft durch uns Menschen, ist der größte Treiber für den Verlust von Biodiversität“, erklärt Malte Sieger, Vorsitzender des NABU Hamburg. „Die Elbtalaue ist eines der letzten Naturparadiese im Hamburger Umland und eines unserer Herzensprojekte. Durch Landkauf erhalten wir dauerhaft wertvollen Lebensraum für bedrohte Arten.“
In den Pevestorfer Wiesen finden zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten, wie das Braunkehlchen, die Rotbauchunke und die Sibirische Schwertlilie eine letzte Zuflucht. Die weite Wiesenlandschaft liegt direkt am Elbdeich. Bei Hochwasser steigt auch binnendeichs der Grundwasserstrand und sogenanntes Qualmwasser sorgt für feuchte Wiesen und füllt die flachen Teiche. Ein Eldorado für Amphibien und Wiesenvögel. Hecken und dornige Gebüsche bieten Schutz für Neuntöter und Grauammer.
Wiesen sind Teil unserer Kulturlandschaft. Seit Jahrhunderten haben sie sich durch extensive Nutzung des Menschen entwickelt. Ohne eine kontinuierliche Mahd oder Beweidung würden sie verbuschen und schnellwüchsige Gräser dominieren. Ohne Bewirtschaftung keine Artenvielfalt. Doch hierbei kommt es auf das richtige Maß an. „Gemeinsam mit einem Landwirt pflegen wir das NABU-Schutzgebiet in den Pevestorfer Wiesen behutsam. Eine Mischung aus extensiver Beweidung und insektenfreundlicher Mahd schafft Nahrung und Rückzugsraum für Wildbienen, Schmetterlinge, Wiesenvögel und Amphibien“, erläutert Oliver Schuhmacher, NABU-Referent für die Elbtalaue.
Hintergrund:
Der NABU Hamburg betreibt in der Elbtalaue eines der größten privaten Naturschutzprojekte Norddeutschlands. Durch die Mischung aus Landkauf und naturschutzfachlicher Bewirtschaftung werden schützenswerte Ökosysteme dauerhaft erhalten und ihre Qualität für die Lebensraumansprüche gefährdeter Arten sichergestellt. Ziel des Projektes ist, ein großes zusammenhängendes NABU-Schutzgebiet zu schaffen, dass als Refugium für Artenvielfalt dient. So soll ein Überleben und Ausbreiten von gefährdeten Arten ermöglicht werden.
Seit 1973 baut der NABU Hamburg in der Elbtalaue sein großes NABU-Schutzgebiet auf. Über 520 Hektar Land hat der NABU seit den 1970er Jahren bereits in der Elbtalaue in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt erworben und so langfristig für die Natur geschützt. Das Naturparadies beherbergt Wiesen, Wälder, Moore, Trockenrasen und Gewässer. Lebensraum für viele seltene Tierarten: Biber fällen Bäume, Fischotter schwimmen in den Flüssen, imposante Seeadler kreisen über der Elbe und scheue Kraniche trompeten aus den Wiesen. Hier blühen Schwertlilien, Orchideen und andere seltene Pflanzen.
Pressemitteilung NABU Hamburg