BIG Fluglärm und BVF
fordern umfassende Auswertung der Lärmbelastung
BIG Fluglärm und Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF) kritisieren fehlende Transparenz und fordern die Einbindung der Hamburger Fluglärmschutzkommission
Mit dem Ende der Tornado-Übung der Bundeswehr am Hamburger Flughafen endet zwar der militärische Flugbetrieb, die offenen Fragen zum Schutz der von Fluglärm betroffenen Bevölkerung bleiben jedoch bestehen. BIG Fluglärm und die Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF) fordern deshalb eine umfassende Auswertung der Fluglärmereignisse sowie eine politische und fachliche Aufarbeitung der vergangenen Tage.
Während der Übung erreichten den Umweltverband zahlreiche Rückmeldungen aus den betroffenen Stadtteilen. Viele Menschen berichteten von außergewöhnlich lauten Überflügen, Erschrecken und erheblicher Verunsicherung. Eine Betroffene aus Hamburg-Langenhorn schilderte ihre Eindrücke mit den Worten: „Wir zuckten nur zusammen und bekamen ein richtiges Kriegsgefühl.“ Diese Rückmeldung verdeutlicht, wie intensiv die Flugbewegungen von Teilen der Bevölkerung wahrgenommen wurden. Nach Angaben von Betroffenen wurden an einzelnen Fluglärmmessstationen Maximalpegel von über 100 dB(A) registriert. Die endgültige Bewertung bleibt jedoch der Auswertung der offiziellen Messdaten vorbehalten.
Besonders kritisch bewerten BIG Fluglärm und BVF den Umgang der Behörden mit der Übung. Bereits im Vorfeld wurden Hamburger Schulleitungen über mögliche zusätzliche Fluglärmbelastungen informiert. Gleichzeitig wurde erklärt, es bestehe „kein Grund zur Sorge“. Aus Sicht der Verbände wirft gerade diese Formulierung Fragen auf. Wer eine solche Beruhigung für erforderlich hält, weiß offensichtlich um das Potenzial der Übung, Besorgnis und Verunsicherung auszulösen. Umso wichtiger wären transparente Informationen über die zu erwartenden Belastungen gewesen.
Martin Mosel, Vorsitzender des Umweltverbands BIG Fluglärm und Vizepräsident der Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF), erklärt:
„Die Übung ist beendet, die Fragen bleiben. Die betroffene Bevölkerung hat Anspruch auf eine transparente Darstellung der tatsächlichen Flugbewegungen, der gemessenen Lärmwerte und der gesundheitlichen Belastungen. Wer militärische Übungen auf ziviler Infrastruktur durchführt, muss sich auch einer kritischen Bewertung der Auswirkungen stellen.“
Hinzu kommt, dass die von der Tornado-Übung besonders betroffenen Stadtteile kaum Gelegenheit erhalten, zur Ruhe zu kommen. Bereits wenige Tage nach dem Ende der Übung beginnt die planmäßige Sperrung einer Start- und Landebahn des Hamburger Flughafens mit einer erneuten Verlagerung der Flugbewegungen und zusätzlichen Belastungen für zahlreiche Wohngebiete.
Aus Sicht von BIG Fluglärm und BVF zeigt die Tornado-Übung, dass die militärische Mitnutzung ziviler Verkehrsflughäfen längst Realität geworden ist. Umso wichtiger sei es, dass künftig die Fluglärmschutzbeauftragte und die Fluglärmschutzkommission frühzeitig eingebunden und die Bevölkerung transparent über zu erwartende Belastungen informiert werden.
„Die Ereignisse der vergangenen Tage dürfen nicht im Grundrauschen des Flughafenbetriebs verschwinden. Sie müssen eigenständig ausgewertet werden. Nur so lässt sich beurteilen, welche Auswirkungen militärischer Flugbetrieb auf Gesundheit und Lebensqualität der betroffenen Bevölkerung tatsächlich hat“, so Mosel abschließend.
BIG Fluglärm und BVF kündigen an, die Auswertung der Fluglärmmessstationen sowie die Reaktionen der zuständigen Behörden sorgfältig zu analysieren und die Ergebnisse öffentlich zu bewerten.
Pressemitteilung BIG Fluglärm