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Mit dem Ende der öffentlichen Beteiligung zum Entwurf des Nationalen Wiederherstellungsplans am 25. Juni bewertet der NABU den vorliegenden Entwurf insgesamt positiv. Der Plan ist ein wichtiger erster Schritt zur Umsetzung der europäischen Wiederherstellungsverordnung (WVO) und zeigt, dass Bund und Länder in kurzer Zeit eine tragfähige Grundlage für die Wiederherstellung von Natur und Landschaften geschaffen haben.
NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger erklärt: „Mit dem vorliegenden Entwurf wird erstmals ein umfassender Fahrplan für die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme in Deutschland sichtbar. Das ist ein Fortschritt für den Naturschutz und ein starkes Signal: Deutschland will die europäische Wiederherstellungsverordnung entschlossen umsetzen.“
Zwei Monate lang konnten Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, Landbesitzer, Wirtschafts- und Naturschutzverbände den ersten Entwurf des Plans kommentieren und Vorschläge zu seiner Ergänzung machen. Auch der NABU hat sich intensiv eingebracht. Den NABU freut das große öffentliche Interesse und er fordert, die Ergebnisse nach offiziellem Ende der Beteiligung zügig auszuwerten. „Im nächsten Schritt, wird der Plan zeitnah bei der Europäischen Kommission vorgelegt, wo die Pläne anderer Mitgliedsstaaten in diesen Tagen eingehen. Die Rückmeldung aus Brüssel wird wichtig sein, um sicherzustellen, dass der deutsche Wiederherstellungsplan die europäischen Mindeststandards erfüllt und eventuell noch bestehende Lücken geschlossen werden können“, so Krüger.
Der NABU begrüßt, dass der Bund mit neuen Förderrichtlinien wichtige Impulse für die Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung setzt. Förderungen etwa für Paludikultur und die Renaturierung von Auen an Fließgewässern schaffen neue Möglichkeiten, Natur wiederherzustellen und gleichzeitig wichtige Beiträge für Klima- und Hochwasserschutz zu leisten. Nun kommt es darauf an, diese Ansätze konsequent in die Fläche zu bringen.
Nachbesserungsbedarf besteht nach Auffassung des NABU insbesondere beim Schutz von Insekten. „Seit etwa 10 Jahren wird das dramatische Insektensterben diskutiert. Es ist unerklärlich, dass im Entwurf des Wiederherstellungsplans noch keine Maßnahmenvorschläge aus den Bundesländern enthält.“
Für die weitere Ausarbeitung des Plans regt der NABU an, die Synergien zum Hochwasserschutz, Trinkwasserschutz, natürlichen Klimaschutz und zur Vernetzung von Ökosystemen stärker in den Mittelpunkt zu stellen. „Die Wiederherstellung der Natur wird nur dann erfolgreich sein, wenn das Wissen und Erfahrungen aus den Regionen wirksam eingebunden wird. Dafür brauchen wir langfristige Beteiligungsverfahren auch auf Ebene der Bundesländer“, betont Krüger.
Pressemitteilung NABU