Natürlichen Klimaschutz braucht es jetzt mehr denn je

Neuer Schub fürs ANK: NABU begrüßt Weiterentwicklung des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz – fordert aber mehr Ambition und klare Ziele

Der NABU begrüßt den Entwurf für die Weiterentwicklung des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK 2.0). Das Programm ist ein zentraler Baustein für den natürlichen Klimaschutz in Deutschland: Intakte Moore, naturnahe Wälder, Auen, Meere und andere Ökosysteme können Kohlenstoff speichern, die Artenvielfalt schützen und sich zugleich besser gegen die Folgen der Klimakrise wappnen. Gerade angesichts von Hitze, Dürre, Niedrigwasser und Waldbränden kommt diesem Zusammenspiel eine wachsende Bedeutung zu.

„Wälder, Moore und Böden sind vielfältig belastet und verlieren dadurch zunehmend ihr Klimaschutzpotenzial. Aus natürlichen CO₂-Senken werden Quellen von Treibhausgasen. Gleichzeitig können geschwächte Ökosysteme Wetterextreme immer weniger abpuffern. Der neue Schub fürs ANK kommt daher zur richtigen Zeit. Das Programm verbindet Klima- und Naturschutz, indem es natürliche Lebensräume stärkt, Kohlenstoff zu speichern und Böden, Flüssen und Auen hilft, mehr Wasser in der Landschaft zu halten. Gerade angesichts der zunehmenden Klimafolgen brauchen wir solche naturbasierten Lösungen mehr denn je“, sagt Kim Detloff, Fachbereichsleiter Politik beim NABU-Bundesverband.

Positiv bewertet der NABU insbesondere die stärkere Berücksichtigung des Landschaftswasserhaushalts, die Ausweitung der Auenrenaturierung, den Ausbau von Monitoring und Berichterstattung sowie die engere Verzahnung mit der EU-Wiederherstellungsverordnung. Auch die geplante Einstufung von Moorschutz und Moorwiedervernässung als „überragendes öffentliches Interesse“ sei ein wichtiges Signal. Zugleich deutet der Haushaltsentwurf 2027 auf eine notwendige Aufstockung der ANK-Mittel hin. Eine abschließende Bewertung sei zwar noch nicht möglich, klar sei aber: Natürlicher Klimaschutz braucht dauerhaft eine ausreichende und verlässliche Finanzierung.

Gleichzeitig bleibt der Entwurf hinter seinen Möglichkeiten zurück: Im Vergleich zu den Vorschlägen des BMUKN von 2025 wurden konkrete Ziele teilweise abgesenkt oder gestrichen, viele Maßnahmen bleiben unverbindlich. Das zeigt sich besonders bei Wald und Mooren: Beim Wald entfällt etwa das Ziel von 100.000 Hektar Waldumbau pro Jahr, während die Holznutzung stärker betont wird. Beim Moorschutz sind die abgesenkten Zwischenziele zwar realistischer, erhöhen aber den Handlungsdruck für die Folgejahre. Auch der Bereich der Siedlungs- und Verkehrsflächen wurde enorm gekürzt, was der Relevanz städtischer Ökosysteme für das lokale Klima nicht gerecht wird. Positiv bewertet der NABU die geplanten Anreize für Paludikultur und die Einbindung klimarelevanter Lebensräume im Meer und an den Küsten. Bei beiden braucht es jedoch konkrete Maßnahmen und verbindliche Ziele, etwa für die Wiedervernässung von Mooren und die Reduzierung der Nährstoffbelastung der Meere.

„Der Entwurf geht in die richtige Richtung, bleibt aber an vielen Stellen hinter dem zurück, was im Kampf gegen die Natur- und Klimakrise gefordert ist. Ohne konkrete Ziele und effektive Maßnahmen wird es schwieriger, die Wirkung des Programms zu überprüfen und bei Zielverfehlungen rechtzeitig gegenzusteuern. Freiwilligkeit allein wird nicht reichen. Angesichts von Dürre, Hitze und Waldbränden brauchen wir mehr Ambition, ausreichende Mittel und verbindliche Ziele. Kurzum: Der Grundstein ist gelegt. Jetzt muss daraus ein tragfähiges Fundament für wirksamen natürlichen Klimaschutz entstehen“, so Detloff.

Pressemitteilung NABU

Foto: Moor im Duvenstedter Brook © wuz

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