Natur wiederherstellen heißt Landwirtschaft sichern

Henningson: Künftige EU-Agrarförderung muss Naturschutz verbindlichabsichern / WVO-Umsetzung gelingt nur mit Landwirt*innen gemeinsam
Der Wissenschaftliche Beirat für Biodiversität und Genetische Ressourcen beim Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) hat heute eine Stellungnahme zur Umsetzung der EU-Verordnung zur Wiederherstellung (WVO) der Natur veröffentlicht. Der NABU begrüßt die Empfehlungen ausdrücklich.

Laura Henningson, stv. NABU-Teamleiterin Landnutzung: „Im Zusammenhang mit der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur werden derzeit einige skeptische Stimmen laut – teils bis hin zur Forderung nach ihrer Abschaffung. Dabei drängt die Zeit, konstruktiv über die konkrete Umsetzung zu sprechen. Die heute veröffentlichte Stellungnahme zeigt Lösungsansätze auf, wie die WVO in der Agrarlandschaft erfolgreich umgesetzt werden kann – etwa durch kooperativen Agrarnaturschutz und wirksamere Maßnahmen in der Fläche. Sie macht deutlich: Eine zukunftsfähige Landwirtschaft ist nur mit intakten Ökosystemen und einer vielfältigen Natur möglich. Entscheidend ist dabei, gemeinsame Lösungen mit Landwirt*innen und Flächeneigentümer*innen in den Regionen zu entwickeln. Projekte wie KOMBI, zeigen bereits, dass kooperative und praxisnahe Lösungen funktionieren können, wenn Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand arbeiten.“

Auch die Herausforderung der Finanzierung behandelt der Beirat ausführlich. So müssen in der kommenden GAP-Förderperiode ab 2028 die Ziele der Naturwiederherstellung und Budget für Fördermaßnahmen zusammengebracht werden. Dafür muss es ein verlässliches Mindestbudget für Umweltmaßnahmen geben. Aber auch auf Bundes- und Landesebene müssen die Fördermaßnahmen in der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) entsprechend angepasst werden. Die Förderung von Agrarnaturschutz muss verlässlich finanziert, regional angepasst und deutlich unbürokratischer ablaufen als bisher. “Jetzt liegt es beim Bundesagrarminister Alois Rainer sich in Brüssel für ein verlässliches Mindestbudget für Umweltmaßnahmen in der Landwirtschaft einzusetzen”, so Henningson.

Pressemitteilung NABU

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