Neuer Lebensraum für Lurche

Ein neues Kleingewässer entsteht im Naturschutzgebiet Heidkoppelmoor
Im Naturschutzgebiet “Heidkoppelmoor und Umgebung” ist innerhalb von zwei Tagen ein neuer Weiher entstanden. Noch ist er nur eine große flache Baggerkuhle, aber Regen wird diese in einigen Monaten gefüllt haben, so dass vielleicht schon im Frühjahr die ersten Frösche dort laichen.

 

Der NABU Ammersbek mit seinen Schutzgebietsbetreuer*Innen und die Revierförsterei Volksdorf als Vertreterin der Grundeigentümerin Stadt Hamburg, hatten sich dafür eingesetzt, auf einer von Flatterbinsen durchwucherten, gut besonnten Feucht­wiese so einen Weiher anzulegen. Da der Boden landwirtschaftlich unbelastet ist, kann auf dieser Wiese ein nährstoffarmes Gewässer entstehen, wo dann eine große Vielfalt an hier eigentlich natürlicherweise vorkommenden Insekten, Amphibien und Pflanzen ihren Lebensraum findet.

Es ist das dritte Kleingewässer dieser Art, das im Naturschutzgebiet Heidkoppelmoor per Bagger geschaffen wurde, jeweils durch die Biologin Melanie Schubert von der Aktion Froschland, finanziert durch Mittel des Landes Schleswig-Holstein. Vor neun Jahren wurde durch Froschland ein verschlammter, zugewachsener Weiher saniert und erweitert, fünf Jahre darauf in unmittelbarer Nähe ein flacher Tümpel ausgehoben, der im Sommer trockenfallen darf, und nun ist die Voraussetzung für ein knapp 800 Quadratmeter großes neues Gewässer geschaffen worden.

Insekten- und Vogelsterben haben Bürger und Bundesländer aufgerüttelt, aber der Verlust an Arten und Tieren betrifft auch Frosch- und Schwanzlurche. Neben einer sich seit einigen Jahren unter den Amphibien verbreitenden Pilzerkrankung sind die wasserabhängigen Tiere zunehmend von Lebensraumverlust durch Siedlungs­er­weiterungen sowie Trockenlegen von Feuchtwiesen und Kleingewässern betroffen. Auch die Gefahr auf Straßen plattgefahren zu werden, ist größer geworden. Tümpel und Weiher sind daher vor allem dann besonders wertvoll, wenn sie fernab von Verkehrsstraßen liegen und auch fernab von Wanderwegen. Die Sporen des gefährlichen Pilzes werden nämlich auch durch Schuhsohlen oder Hundepfoten verbreitet.

Weitere Informationen:

Pilzerkrankung: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/amphibien-und-reptilien/amphibien/wissen/10505.html

Aktion 2015: http://www.nabu-ammersbek.de/wb/pages/posts/mehr-raum-fuer-zuwanderer-76.php?p=30

Pressemitteilung NABU Ammersbek e.V.

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