Notgemeinschaft fordert Umweltsenatorin zu UFP-Messungen

… am Flughafen und an den geplanten Olympia-Standorten sowie Überprüfung des Olympia-Konzepts auf
Die Notgemeinschaft der Flughafenanlieger Hamburg e.V. fordert Umweltsenatorin Katharina Fegebank als Chefin der zuständigen Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) auf, die geplanten Olympia-Standorte in den Einflugschneisen sowie den Flughafen und die Wohngebiete in den Anflugwegen unverzüglich einer unabhängigen, normgerechten Messkampagne hinsichtlich der Ultrafeinen Partikel (UFP) zu unterziehen.

Im Fokus stehen Partikelanzahl (PN), Partikelgrößenverteilung (PSD/UFP) sowie zeitaufgelöste Lärmmessungen nach europäischen Standards; die Notgemeinschaft weist auf eigene Messungen mit sehr hohen UFP-Spitzen hin. Die Notgemeinschaft hatte im Umfeld des Flughafens Messungen durchgeführt und Spitzenwerte von bis zu 120.000 UFP pro Milliliter registriert. Das entspricht 120 Millionen ultrafeinen Partikeln pro Liter Atemluft. Diese Werte belegen, dass konventionelle PM-Massenmessungen UFP-Spitzen nicht ausreichend erfassen und dass normgerechte PN/PSD-Messungen für belastbare Entscheidungen erforderlich sind.

Die EU hat 2024 die Ambient Air Quality Directive überarbeitet und fordert die Integration moderner Partikelmetriken in die Überwachung. Für vergleichbare Messungen existieren europäische Normen wie EN 16976 (Partikelanzahl PN) und CEN/TS 17434 (Partikelgrößenverteilung PSD). Gebhard Kraft, 1. Vorsitzender der Notgemeinschaft: „Es ist nicht nachvollziehbar, wenn die Umweltsenatorin angesichts der hohen Belastungen durch den innerstädtischen Flughafen die von der EU geforderten Partikelmessungen unterlässt. Auch die Wirtschaftsbehörde ist als Genehmigungsbehörde in der Pflicht; hohe Partikelzahlen stellen eine Störung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung im Sinne von § 6 LuftVG dar.“

Frau Fegebank sei auch in der Pflicht, das Olympia-Bewerbungskonzept hinsichtlich der Belastung der Sportstätten und des Olympischen Dorfes in den Einflugschneisen durch Fluglärm und UFP zu überprüfen. Dabei gehe es nicht nur um den Ist-Zustand, es müsse auch der zusätzliche Olympische Flugverkehr berücksichtigt werden, insbesondere der zu erwartende maximale Lärmpegel Lmax. In erheblichen Bereichen Hamburgs seien die Richtwerte der WHO überschritten. Kraft: „Frau Umweltsenatorin Fegebank und der Senat müssen jetzt handeln: normgerechte PN- und PSD-Messungen, transparente Auswertung und sofortige Schutzmaßnahmen bei Überschreitung von Vorsorgekriterien, zudem solide Prüfung des Olympia-Konzepts. Politisch emotionale Olympia-Begeisterung kann nicht die wissenschaftliche Prüfung der Fakten ersetzen.“

Pressemitteilung der Notgemeinschaft der Flughafen-Anlieger Hamburg e.V. 

Dieser Beitrag wurde unter Bauen / Verkehr / Mobilität, Ernährung / Agrar / Gesundheit veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.