Grüne Versprechen ohne Substanz: BU
ND Hamburg kritisiertSenatsantworten auf Bürgerschaftsanfrage als inhaltsleer und ökologisch unverbindlich
Grünflächen in der Stadt sind eine anerkannte Notwendigkeit. Nicht zuletzt angesichts zunehmend heißerer Sommer sind Parks und Grünflächen unverzichtbar für eine lebenswerte und klimaresistente Stadt. Der BUND Hamburg begrüßt daher das Ziel, Hamburgs Grünflächen zu vernetzen und aufzuwerten.
Umso mehr enttäuscht die Antwort des Senats auf die Bürgerschaftsanfrage zum „Olympischen Grünen Band“: Hinter dem grünen Deckmantel der Olympiabewerbung stecken bislang wenig mehr als Ankündigungen.
Auf die Frage nach konkreten ökologischen Zielgrößen, wie Biotopvernetzung, Artenvielfalt, Entsiegelung und Baumneupflanzungen, verweist der Senat auf das frühe Planungsstadium. Gleiches gilt für Zeitpläne und Pflegekosten. Letzteres ist kein Detail: Wer Parks und Freiluftsportgeräte baut, muss auch die dauerhafte Unterhaltung finanzieren. Doch dazu schweigt der Senat. Und auch im Finanzkonzept fehlen Angaben zu Betrieb und Unterhaltung der geplanten Grüninfrastruktur.
„Wer ein Projekt als ökologisches Herzstück einer Milliardeninvestition bewirbt, muss zumindest wissen, welche konkreten Verbesserungen damit erreicht werden sollen“, erklärt Sabine Sommer, Vorsitzende des BUND Hamburg. „Ohne klare Ziele, verbindliche Zeitpläne und ein Pflege- und Instandhaltungskonzept bleibt das Grüne Band eine inhaltsleere Imagekampagne.“
338 Millionen Euro stehen im Olympia-Finanzkonzept für sogenannte Legacy-Projekte bereit. Darunter fallen neben dem Grünen Band weitere Programme, doch welche Summen auf welche Projekte entfallen sollen, bleibt offen. Auch der Mehrwert gegenüber laufenden Programmen ist ebenso unklar wie die Frage, welche bisher nicht eingeplanten Flächen neu aufgenommen werden.
Der BUND Hamburg fordert daher: ökologische Zielgrößen und Pflegekonzepte verbindlich festlegen, das Legacy-Budget transparent nach Projekten und Kostenanteilen aufschlüsseln und die Entwicklung der Grünverbindungen rechtlich unabhängig vom Olympiaentscheid sichern.
Pressemitteilung BUND Hamburg