Petersberger Klimadialog muss auf Unabhängigkeit setzen

Deutschland bringt über 40 Staaten zusammen – jetzt braucht es klareFührung für Klimaschutz, statt neue Zweifel an der Energiewende
Deutschland lädt am 21. und 22. April zu den Petersberger Klimadialogen in Berlin ein, um die 31. Weltklimakonferenz (COP 31) strategisch vorzubereiten und zentrale Prioritäten für das Klimajahr 2026 mit über 40 Ländern zu diskutieren. Friedrich Merz und Katherina Reiche tragen dabei besondere Verantwortung.

Die durch den Iran-Krieg ausgelöste fossile Krise zeigt erneut, wie verwundbar eine auf Öl, Gas und kritische Rohstoffe gestützte Energieversorgung ist. Umso wichtiger ist eine klare Strategie hin zu mehr Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern. Die Petersberger Klimadialoge müssen deshalb ein Signal für beschleunigten Klimaschutz setzen – und dürfen nicht zur Bühne werden, um Fortschritte infrage zu stellen oder weiter zu verzögern.

Auch die anstehenden internationalen Treffen – die Santa Marta-Verhandlungen zum Fossil Fuel Treaty Ende April in Kolumbien sowie die Konferenz der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) in London – bieten die Chance, den Kurs der Dekarbonisiserung weiter zu festigen. Die Petersberger Klimadialoge können dafür den entscheidenden Impuls liefern.

Dazu erklärt Pauline Schur, Teamleitung Klima und Verkehr

„Die derzeitige Krise führt uns erneut vor Augen, wie dringend die Abkehr von fossilen Energieträgern ist. Wer heute noch an fossilen Strukturen festhält, verlängert nicht nur die Klimakrise, sondern auch Europas strategische Verwundbarkeit. Umso entscheidender ist jetzt politische Klarheit. Die Petersberger Klimadialoge dürfen nicht zur Bühne für Verzögerung oder Relativierung werden. Sie müssen ein Signal für beschleunigten Klimaschutz und konsequente Unabhängigkeit setzen.

Dabei reicht es nicht, den Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung allein voranzutreiben. Neben Fortschritten bei der Klimafinanzierung steht für den NABU auch eine Ende der weltweiten Entwaldung und Entwässerung ganz oben auf der To-Do-Liste der Staatengemeinschaft.

Auch die anstehenden internationalen Prozesse, etwa bei der International Maritime Organization oder den Santa-Marta-Verhandlungen zu einem Fossil Fuel Treaty, bieten die Chance, den Dekarbonisierungskurs global zu verankern. Die Petersberger Klimadialoge können und müssen dafür den entscheidenden Impuls liefern.

Die aktuelle Krise ist ein Wendepunkt. Jetzt kommt es darauf an, diese Erkenntnis in konkrete Politik zu übersetzen – mit klarer Führung, verbindlichen Entscheidungen und dem Mut, überfällige Strukturreformen anzugehen. Nur so kann Deutschland gemeinsam mit seinen Partnern eine glaubwürdige und ambitionierte Rolle im internationalen Klimaschutz einnehmen.”

Pressemitteilung NABU


Greenpeace zum Start des Petersberger Klimadialogs

Heute und morgen findet in Berlin der 17. Petersberger Klimadialog statt, ein internationaler Austausch zur Vorbereitung der UN-Klimakonferenz COP31 im November in Antalya. Am Morgen protestierten acht Greenpeace-Kajak-Aktivist:innen am Veranstaltungsort Westhafen mit einem Schwimmbanner mit der Aufschrift “Erneuerbar statt erpressbar” für Klimaschutz und gegen fossile Abhängigkeit. Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace Deutschland erwartet besonders von der Bundesregierung, wieder stärker auf Klimaschutz zu setzen:

“Bundeskanzler Friedrich Merz muss beim Petersberger Klimadialog Antworten geben. Er hat mit seiner Rede die Chance, einen schnelleren und naturverträglichen Wandel von Energie und Mobilität anzukündigen, der eine glaubwürdige klimapolitische Richtung für Europa und Partnerländer anbietet.

Doch die Bundesregierung geht mit wenig Glaubwürdigkeit in die Gespräche: Sie ist Gastgeberin einer Klimaschutzkonferenz, drosselt im eigenen Land jedoch die Anstrengungen zum Klimaschutz – etwa beim Verbrenner-Aus, der Blockade eines deutschlandweiten Tempolimits, oder beim Heizen mit Öl und Gas.

Durch den Krieg im Nahen Osten sind die Preise für Benzin, Diesel und Heizöl stark gestiegen. Vor diesem Hintergrund ist nicht nachvollziehbar, dass die Bundesregierung weiter auf Öl und Gas setzt und erneuerbare Energien ausbremst. Auf dem Petersberger Klimadialog müssen internationale Allianzen gestärkt werden, die die Abkehr dieser fossilen Abhängigkeiten und die volkswirtschaftlichen Chancen einer auf Wind und Sonne basierenden Energieversorgung zusammen voran bringen. Nur wer auf erneuerbare Energie setzt, befreit sich von den gefährlichen Präsidenten Putin und Trump.”

Pressemitteilung Greenpeace

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