Pilotprojekt: Stiftung belebt kahle Hafenspundwände

Holzbohlen schaffen Lebensraum für Wasserlebewesen
An vier Stellen im Hamburger Hafen bringt die Stiftung Lebensraum Elbe strukturierte Holzbohlen an Spundwänden an. Darauf sollen sich Kleinstlebewesen wie Würmer, Krebse und Fische ansiedeln.

 

Spundwände sichern einen großen Teil von Hamburgs Hafenbecken und Kanälen. Sie bieten jedoch kaum Lebensraum für Pflanzen oder Tiere. Um die Spundwände zu beleben und ökologisch aufzuwerten, lässt die Stiftung Lebensraum Elbe besiedelbare Bohlen an ihnen befestigen. So sollen die Spundwände für Kleinstlebewesen attraktiv werden.

Im Lauenbrucher Hafen, im Rüschhafen, im Hansahafen und an der Norderelbe werden die Holzbohlen mit einer Stahlkonstruktion in Vertiefungen der Spundwände befestigt. Das Holz ist auch bei Niedrigwasser nahezu vollständig von Wasser bedeckt. Unterschiedlich große Bohrlöcher, Rillen und Kerben in den Bohlen bieten Würmern, Krebsen & Co. – dem sogenannten Makrozoobenthos – Unterschlupf. Wandernde Fische könnten die Bohlen als Rastplatz nutzen.

„Im gezeitenbeeinflussten Hafenbereich erproben wir solche Spundwandquartiere zum ersten Mal“, sagt Projektleiterin Johanna Knüppel von der Stiftung Lebensraum Elbe. Vergleichbare Konstruktionen waren Anfang der 2000er Jahre an Wänden des Alsterkanals eingebaut worden. „Wir hoffen, dass wir im Hafen trotz besonderer Faktoren wie Tidenhub und Wassertrübung eine gute Besiedlung der Bohlen erzielen können“, so Johanna Knüppel.

Das Pilotprojekt an den Hafenspundwänden lässt die Stiftung Lebensraum Elbe wissenschaftlich begleiten: Im Rahmen von Untersuchungen (Monitoring) wird die Besiedlung der Bohlen erfasst und ausgewertet.

Über die Stiftung:

Die Stiftung Lebensraum Elbe wurde am 11. Mai 2010 durch Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft gegründet. Die Arbeit der Stiftung ist legislatur- und parteiübergreifend.

Pressemitteilung Stiftung Lebensraum Elbe

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