Am Mittwoch, 19. November 2025,
wurden mithilfe eines Krans und eines Tauchers die neuen restaurierten Holz-Stemmtore am Oberhaupt der Mellingburger Schleuse eingesetzt. Dies markiert einen bedeutenden Meilenstein der gesamten Sanierungsmaßnahme.
Die heute als Wehr betriebene Mellingburger Schleuse ist die einzige historische Alsterschleuse, an der die frühere Funktion noch erkennbar ist. Sie ist daher als bedeutendes Kulturdenkmal geschützt. Für das vom Verfall bedrohte Bauwerk hat das Bezirksamt Wandsbek den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer mit der Planung und Realisierung der Sanierung beauftragt. In die umfangreiche Planung sind die öffentlichen Belange insbesondere des Denkmalschutzes, des Naturschutzes sowie des Gewässer- und Hochwasserschutzes eingeflossen.
Die denkmalgerechte Instandsetzung ist ein sehr aufwendiger Prozess. Im Rahmen der Sanierung finden umfangreiche Ausbesserungsarbeiten am Mauerwerk des Unterhaupts und Oberhaupts statt. Es werden neue Geländer aus Metall hergestellt und montiert sowie zwei neue Brücken und vier Schleusentore eingehoben. Eine Herausforderung war, dass der vorgefundene Bestand teils erheblich von den vorliegenden Plänen abwich und daher baubegleitend umgeplant werden musste, um einen Baustillstand zu vermeiden. Erst im Zuge der Arbeiten wurden eingewachsene Wurzeln entdeckt, die behutsam unter Beachtung naturschutzfachlicher Belange zu entfernen waren, sowie auch größere Schäden wie Risse, Hohlräume, marode Stützbalken, korrodierte Stahlbauteile, die unter Beachtung der denkmalrechtlichen Auflagen instandgesetzt oder originalgetreu erneuert werden mussten. Als Meilensteine der Arbeiten kennzeichnen vier Einhubvorgänge den Baufortschritt. Am Oberhaupt und Unterhaupt der Schleuse werden jeweils die Brücken sowie die Schleusentorpaare mit Kranhilfe montiert. Der erste Einsatz dieser Art war der gestrige Einhub der neuen restaurierten Holz-Stemmtore am Oberhaupt sowie der dazugehörige Einhub eines neuen Haltebalkens für die oberen Torlager am vorherigen Tag.
Die Baustelle ist grundsätzlich seit Baubeginn über eine Behelfsbrücke für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende passierbar. Für Wassersportlerinnen und -sportler wurde zudem eine provisorische Anlegestelle am Oberhaupt eingerichtet. Lediglich während der Einhubvorgänge kommt es aus Sicherheitsgründen zu Sperrungen der Behelfsbrücke. Eine Durchgängigkeit ist an diesen Tagen nicht jederzeit gegeben. Hierüber wird jeweils rechtzeitig vor Ort und durch das Bezirksamt Wandsbek informiert.
Die Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2026 geplant. Im Anschluss erfolgt eine weitere Baumaßnahme, um einen Fischaufstieg ähnlich der Poppenbütteler Schleuse herzustellen.
Pressemitteilung Bezirksamt Wandsbek