Schauen und staunen: Naturerlebnis Vogelzug

Der NABU lädt zum jährlichen bundesweiten Birdwatch-Wochenende
Am ersten Oktoberwochenende ruft der NABU zum Höhepunkt des Vogelzuges über Deutschland zur gemeinsamen Vogelbeobachtung auf. Im Rahmen der Aktion „Birdwatch“ bieten der NABU und der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) zahlreiche fachkundig geleitete Exkursionen an.

„Vorkenntnisse sind für die Teilnahme am Birdwatch nicht nötig, nur Neugierde und Freude an der Natur“, betont NABU-Vogelexperte Martin Rümmler. „Wer hat, sollte zudem ein Fernglas mitbringen.“ Wer schon immer wissen wollte, welche Vogelarten jetzt zu beobachten sind oder wie man ziehende Vögel in einem Schwarm identifizieren kann, schließt sich einfach einer der zahlreichen Veranstaltungen an.

Eine bundesweite Übersicht gibt es auf www.birdwatch.de.

Jedes Jahr verlassen im Spätsommer und Herbst über 200 Millionen Vögel ihre Brutgebiete in Deutschland, um in Südeuropa oder Afrika zu überwintern. Dazu kommen rund 300 Millionen Zugvögel, die auf ihrem Weg nach Süden durch Deutschland fliegen oder hier ihr Winterquartier aufschlagen. „Birdwatch“ ist eine jährlich wiederkehrende Aktion der europäischen Partner im Netzwerk BirdLife International und findet bereits zum 32. Mal statt.

Zusatzinformationen:

Von der Küste bis zum Bodensee: Am Wochenende führt der NABU-Terminkalender rund 90 Birdwatch-Veranstaltungen auf, einschließlich der Folgewoche sind es sogar mehr als 170. Ein Schwerpunkt liegt dabei an der Nordseeküste mit dem Wattenmeer als weltweit bedeutsamer Drehscheibe des Vogelzugs. Pendant im Süden der Republik ist der Bodensee, wo hunderttausende Enten, Taucher und Rallen überwintern.

Einen weiteren Birdwatch-Schwerpunkt bildet die Kranichbeobachtung. Aktuell sammeln sich bereits rund 100.000 Kraniche an der Ostsee-Boddenküste, an den mecklenburgischen Seen und im Havelland. Größter Sammelplatz ist das Rhinluch rund um die Linumer Teiche westlich von Berlin mit derzeit (Zählung am 30. September) 62.000 rastenden Kranichen. Der abendliche Flug der Vögel zu den Schlafplätzen ist ein überwältigendes Naturschauspiel.

Während die Kraniche je nach Witterungsverlauf wohl erst ab Mitte Oktober in nennenswerter Zahl weiterziehen werden, sind andere Arten wie Kuckuck, Pirol, Nachtigall oder Mauersegler längst im Süden. Auch unsere Weißstörche sind schon abgeflogen, wobei angesichts des Klimawandels immer mehr Störche auf den kräftezehrenden Zug in den Süden verzichten und in Mitteleuropa überwintern. An der Küste sind seit Juli unzählige Watvögel angekommen, die bald nach Afrika weiterziehen werden. Der Durchzug von Enten und Gänsen ist jetzt besonders stark. Bei den arktischen Wildgänsen, die von Ostdeutschland bis zum Niederrhein überwintern, hat der Zuzug erst Ende September begonnen.

Pressemitteilung NABU

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