Seltene Vogelart im NSG Höltigbaum erstmals nachgewiesen

Erfolg für den Artenschutz: Wendehals profitiert von NABU-Nistkästen
Der Name kommt nicht von ungefähr: Bei Gefahr plustert sich der Wendehals auf und dreht und wendet seinen Kopf hin und her. Der seltene Vogel gehört zur Familie der Spechtvögel, auch wenn er vom Aussehen und Verhalten in keiner Weise an einen Specht erinnert.

Der Wendehals löst keine Rinde von Baumstämmen und sucht darunter nach Käferlarven. Vielmehr spürt er hüpfend am Boden Ameisen auf, die er dann mit seiner langen, klebrigen Zunge aufnimmt. Der Wendehals ist selten geworden durch den Verlust ameisenreicher, nährstoffarmer Grasfluren, durch die Rodung von Streuobstbeständen und Anwendung von Insektiziden. Er profitiert aber von Schutzmaßnahmen wie Nistkästen und von extensiver Weidehaltung. Das zeigt auch ein erfolgreiches Nistkastenprojekt im Naturschutzgebiet Höltigbaum. Torsten Nummsen vom NABU Barmstedt, Werner Jansen vom NABU Rahlstedt und Thorsten Stegmann (Leiter Haus der Wilden Weiden der Stiftung Natur im Norden) hängten im April diesen Jahres 20 Nisthilfen speziell für den Wendehals auf.

Diese Initiative ging von Torsten Nummsen aus, der durch seine Nistkastenarbeit in der Lüneburger Heide, im Auftrag des Vereins Naturschutzpark Lüneburger Heide, viel Erfahrung mitbrachte. Er installierte in der Weseler Heide im März 2023 unter anderem 15 Kästen für den Wendehals, wovon drei sofort belegt waren. So kam es dann zur Idee und zur Zusammenarbeit im Höltigbaum. „Es gab schon länger die Vermutung, dass der Wendehals im Höltigbaum brütet“, erklärt Torsten Nummsen seine Motivation. „Die weiträumige halboffene Weidelandschaft bietet ideale Lebensräume für die Art. Ein sicherer Brutnachweis konnte aber bisher nicht erbracht werden.“

Im Barmstedter Bereich des Naturschutzgebietes konnte Torsten Nummsen bereits vor Jahren feststellen, dass der Kleiber insbesondere durch Nistkästen mit ovalem Flugloch “magisch angezogen” wird. Wendehals und Kleiber ähneln sich sehr in ihren Ansprüchen an Bruthöhlen, daher wurden 20 Nistkästen mit ovalem Loch für den Wendehals aufgehängt. Bei einer Kontrolle im Juni wurden zur großen Freude der drei Naturschützer gleich drei Bruten vom Wendehals in den neuen Kästen im Höltigbaum entdeckt – alle auf der Schleswig-Holstein-Seite. Marco Sommerfeld, Referent für Vogelschutz beim NABU Hamburg ist begeistert. „Das ist ein bemerkenswerter Erfolg für die lokale Naturschutzarbeit, denn in ganz Schleswig-Holstein sind nur zwei weitere Brutstandorte des Wendehalses bekannt.“

Im nächsten Jahr soll das Projekt im Naturschutzgebiet Höltigbaum ausgeweitet werden.

Pressemitteilung NABU Hamburg

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