Erfolgsbilanz: Mehr als 230.000 Straße
nbäume und 1.300 zusätzliche Altbäume für Hamburg
Die Straßenbaumbilanz für Hamburg fällt für das Jahr 2025 erneut positiv aus: Im dritten Jahr in Folge wurden in der Hansestadt mehr Bäume gepflanzt als gefällt. So wurde die beachtliche Zahl von über 230.000 Straßenbäumen in der gesamten Stadt überschritten. Dafür hatte der Senat im Herbst 2025 zusätzliche 3,25 Millionen Euro aus den Mitteln der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) bereitgestellt.
Die hochprofessionelle Baumkontrolle und Baumpflege sowie das bundesweit führende Modell im Baumschutz auf Baustellen führten dazu, dass rund 1.300 Straßenbäume im vergangenen Jahr das achtzigste Standjahr erreicht haben und nun als Altbäume gelten.
Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Wie wichtig Bäume für das Hamburger Stadtklima sind, hat die extreme Hitzewelle in diesem Sommer erneut deutlich gemacht. Sie beschatten ein Viertel der Stadtfläche, sorgen in immer heißeren Sommern für spürbare Abkühlung, filtern Schadstoffe aus der Luft und binden CO₂. Die Straßenbäume leisten einen entscheidenden Beitrag für Klimaschutz und Lebensqualität in unserer Stadt. Besonders stolz sind wir auf die rund 1.300 zusätzlichen Altbäume, die besonders viel Schatten spenden, Lebensraum für zahlreiche Arten bieten und das Stadtbild prägen. Knapp 31.500 Altbäume stehen jetzt an Hamburgs Straßen – das Ergebnis des großen Einsatzes in der Umweltbehörde und den Bezirken für den Erhalt und die Pflege unseres Baumbestandes.“
Stabiler Straßenbaumbestand – weiterhin auf positivem Pflanzkurs
2025 kann Hamburg zum dritten Mal in Folge eine positive Straßenbaumbilanz vorweisen: Es wurden 1.863 Straßenbäume gepflanzt und damit 352 mehr als gefällt werden mussten. Hamburgs Straßenbaumbestand ist kontinuierlich gewachsen. Erstmals seit 2010 konnte nun die Marke von 230.000 Straßenbäumen stadtweit erreicht werden: Aktuell weist das Hamburger Baumkataster 231.081 Straßenbäume im gesamten Stadtgebiet aus.
Weniger Fällungen durch nachhaltige Planung
Die Zahl der Baumfällungen im Zusammenhang mit Baumaßnahmen ist deutlich zurückgegangen. Während in den vergangenen Jahren rund 25 Prozent der Fällungen auf Baumaßnahmen entfielen, lag der Anteil im Jahr 2024 und 2025 nur noch bei etwa 15 Prozent – und das trotz zahlreicher Bauprojekte im Stadtgebiet. Diese Entwicklung ist ein klarer Erfolg des im Juni 2021 beschlossenen Vertrags für Hamburgs Stadtgrün, mit dem auch der Baumschutz gezielt gestärkt wurde.
Große Herausforderungen im Klimawandel
Die Straßenbaumjahresbilanz 2025 zeigt erneut, dass Hamburg auf einem guten Weg ist, die grüne Infrastruktur der Stadt weiter auszubauen und zu erhalten. Auch künftig wird die Stadt den Baumbestand schützen und durch gezielte Pflanzungen erweitern – mit besonderem Fokus auf Bestandsschutz und Baumerhalt. Neben zunehmenden Trockenperioden und der Vielzahl an Bautätigkeiten stellen auch Baumkrankheiten und Schädlinge wachsende Herausforderungen dar. Die Pflege und der Schutz der Straßenbäume bleiben daher zentrale Aufgaben.
Pressemitteilung Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA)
NABU-Kommentierung zur Bilanz der Hamburger Straßenbäume 2025
Siegert: „Alte Bäume im jeden Preis erhalten“
Umweltsenatorin Katharina Fegebank hat heute die Bilanz der Hamburger Straßenbäume vorgestellt. Der NABU Hamburg begrüßt, dass es wieder einen positiven Trend in der Bilanz gibt und mehr Bäume nachgepflanzt werden als gefällt. Ein Baum ist jedoch nicht gleich ein Baum: Nachgepflanzte junge Bäume können die Funktionen, die alte und großgewachsene Bäume erfüllen, nicht adäquat ersetzen. Der angewachsene Bestand an alten Bäumen muss deshalb konsequent geschützt werden.
Dazu Malte Siegert, Vorsitzender des NABU Hamburg:
Es ist ein sehr gutes Zeichen, dass der Bestand an Straßenbäumen insgesamt wieder wächst. Bis zum historischen Höchststand von über 232.000 Straßenbäumen ist es vergleichsweise nicht mehr weit. Der Rückgang der baubedingten Fällungen zeigt, dass sich ein frühzeitiger und konsequenter Baumschutz in der Planung auszahlen kann. Diesen Kurs gilt es fortzusetzen. Wir als NABU werden das weiterhin kritisch-konstruktiv begleiten.
Die positive Bilanz darf nämlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass Hamburg vor deutlich größeren Herausforderungen steht. Die zunehmenden Hitzewellen und Trockenperioden machen sichtbar, wie unverzichtbar große, alte Bäume für das Stadtklima sind. Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung und bieten wertvolle Lebensräume – Leistungen, die junge Nachpflanzungen erst nach Jahrzehnten vollständig übernehmen können. Wir müssen alte Bäume deshalb um jeden Preis erhalten, gerade im Bereich von neu geplanter Verkehrsinfrastruktur.
Entscheidend ist zudem, den Blick über die reine Zahl der Straßenbäume hinaus zu richten: Für eine klimaresiliente und artenreiche Stadt braucht Hamburg ein zusammenhängendes Netz aus Straßenbäumen, Parks, naturnahen Grünflächen und Gewässern. Der Schutz und die Wiederherstellung dieser grünen Infrastruktur müssen gemeinsam gedacht werden.“
Pressemitteilung NABU