Streuobstwiesen sind Oasen der Artenvielfalt

Die alten Kulturflächen beherbergen zahlreiche Tiere und Pflanzen
Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Biotopen Europas. Anlässlich des Tages des Artenschutzes am 3. März macht der BUND Hamburg auf diesen besonderen Lebensraum aufmerksam und ruft zur Mithilfe auf den BUND-Streuobstwiesen auf.

„Bis zu 5.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten lassen sich auf einer Wiese finden: Neben zahlreichen Vögeln, Insekten, Kleinsäugern und Fledermäusen kann man Eidechsen, Kröten und Frösche entdecken. Der Lebensraum Streuobstwiese ist extrem vielfältig und gerade deshalb besonders schützenswert“, sagt Nora Kolter, Biologin und Leiterin des Streuobstwiesen-Projekts beim BUND Hamburg.

Der BUND betreut sieben Streuobstwiesen, welche über die ganze Stadt verteilt liegen. Gerade in einer Großstadt wie Hamburg bieten Streuobstwiesen zahlreichen Arten einen sicheren Lebensraum, darunter auch vielen gefährdete Tiere und Pflanzen von der Roten Liste. Viele davon finden andernorts aufgrund der zunehmend starken Versiegelung von Flächen oder dem großflächigen Anbau von Monokulturen kaum noch geeignete Lebensräume. Auch Blütenpflanzen wie seltene Orchideen und Gräser haben auf den Streuobstwiesen einen Platz.

Für den Erhalt der Streuobstwiesen ist der BUND das ganze Jahr über mit vielen Aktiven im Einsatz. Zu den Arbeiten gehören etwa der fachgerechte Obstbaumschnitt, das Mähen der Wiesen und das Pflanzen neuer Bäume. Darüber hinaus werden Totholzecken, sogenannte Benjeshecken, angelegt. Die als Hecke aufgeschichteten Äste und Zweige bieten wiederum selbst einen wichtigen Lebensraum für zum Beispiel Vögel, Insekten oder Igel. Zu guter Letzt wird das Obst geerntet, verkostet und zu Saft verarbeitet. Kolter lädt Interessierte herzlich ein, mitzumachen:

„Wir sind sehr dankbar für alle Aktiven, die uns auf unseren Streuobstwiesen helfen. Die Pflege von Streuobstwiesen ist aktiver Natur- und Artenschutz, trägt zur Erhaltung alter Obstsorten bei und erfreut uns und viele Tier- und Pflanzenarten mit einem wundervollen Naturraum. Und nicht zu vergessen: mit einer besonders schmackhaften Ernte.“

Vorwissen ist nicht erforderlich. Wer Lust hat mitzumachen, findet alle Termine unter www.bund-hamburg.de/streuobst

Zum Hintergrund:
Streuobstwiesen sind vom Menschen geschaffene Kulturlandschaften, eine Form des traditionellen Obstanbaus. Die meist hochstämmigen Obstbäume stehen “verstreut” in der Landschaft, bieten jedem Baum genügend Platz und Licht zum Wachsen. Neben Apfelbäumen finden sich hier meist Birnen, Kirschen, Pflaumen und Nussbäume. Auf Streuobstwiesen werden bevorzugt alte Obstsorten kultiviert, die robust gegen Krankheiten und Parasiten sind. Streuobstwiesen werden extensiv gepflegt, auf chemisch-synthetische Pestizide und künstlichen Dünger wird verzichtet. Die Wiesen können als Weideland genutzt werden oder als Mähwiesen, die 1–3-mal pro Jahr gemäht werden.

Pressemitteilung BUND Hamburg

Foto: Streuobstwiese in Sasel. Auch hier wird am 3. März gearbeitet (https://www.bund-hamburg.de/service/termine/detail/event/arbeitseinsatz-benjeshecke-fuettern/) Foto © wuz

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