Über die WUZ

Die WUZ sagt tschüss

Im November 2016 mussten wir das Erscheinen der WUZ – der Walddörfer Umweltzeitung – unter der Regie der m.MEDIENPRODUKTION GmbH in Printform beenden.
Vom 15. Februar 2017 bis zum 5. Dezember 2018 erschien die WUZ zusammen mit dem Heimat-Echo. Doch auch diese Zusammenarbeit ist jetzt Geschichte. Die letzte Ausgabe finden Sie links und rechts.
Wir bedanken uns bei allen Lesern, Inserenten, Freunden und Unterstützern für die langjährige gute Zusammenarbeit.
Die WUZ-Homepage wird zunächst weiter online bleiben und über aktuelle Themen informieren. Ilka Duge

—————————————————————————————————————————————–

Die WUZ ist los – Seit 1992 engagiert für Natur- und Umweltschutz

Die Walddörfer Umweltzeitung (WUZ) erscheint seit 1992 und wurde ursprünglich vom Runden Tisch Walddörfer herausgegeben.
Die Bürgerinitiativen, Vereine und Organisationen am Runden Tisch setzten sich vor allem gegen die naturzerstörende Bebauung auf ökologisch wertvollen Flächen und für den Erhalt dörflicher Strukturen in den Walddörfern ein.

Seit 2005 erscheint die WUZ im Verlag m.Medienproduktion GmbH als lokale unabhängige, bis zu neunmal im Jahr erscheinende Zeitung. Die WUZ präsentiert interessante und anspruchsvolle Nachrichten. Sie ist seit 1992 überparteilich aber parteiisch. Sie ist kein „Käseblatt“ und will auch keine PR-Plattform sein.

Nach wie vor ist es unser Anliegen über Themen zu berichten, um die sich einzelne Bürger oder Initiativen gekümmert oder die sie angeschoben haben. Daher geben wir den Beiträgen von Autoren aus Initiativen und Verbänden besonderes Gewicht.

Die WUZ schreibt Geschichte: Das waren Zeiten!

Rückschau anlässlich der 50. Ausgabe der WUZ im Juli 2010

Angefangen hat alles…1989: 250 erboste und verärgerte Anwohner des Immenhorstes und der benachbarten Straßen treffen sich am Schlagbaum am Ende der Straße und machen ihrem Ärger Luft. Die damalige SPD-Regierung plant eine Großsiedlung südlich und nördlich des Immenhorstweges. Mitten in die ökologisch höchst wertvolle Landschaft, umgeben von Naturschutzgebieten und dem Naturdenkmal Timmermoor, Lebensraum für bedrohte Pflanzen und Tiere. Der Protest wird organisiert, eine Interessengemeinschaft gegründet, Unterschriftenlisten gegen die Pläne in Umlauf gebracht, Geld für anstehende rechtliche Auseinandersetzungen und die Öffentlichkeitsarbeit gesammelt.
Zeitgleich brennt es in den Walddörfern an verschiedenen Stellen. In Wohldorf-Ohlstedt, in Volksdorf, Lemsahl-Mellingstedt und Bergstedt bilden sich Bürgerinitiativen gegen naturfeindliche Senatspläne. Die Initiativen, mittlerweile fast zehn, schließen sich im selben Jahr zum „Runden Tisch Walddörfer“ zusammen. Eine gemeinsame Plattform, die der unnachsichtigen Politik Bürgerwillen entgegen stellt. Eine erste Demonstration mit mehr als 700 Teilnehmern blockiert 1991 für Stunden die Bergstedter Chaussee, die Medien berichten und Hamburg wird auf die Probleme in den Walddörfern aufmerksam.

Im Januar 1992 erscheint die erste „WALDDÖRFER UMWELTZEITUNG – WUZ“, gefüllt mit Berichten und Reportagen von Konflikten und Auseinandersetzungen zwischen Bürgerinnen und Bürgern und der kleinen und großen Politik. Erste Schlagzeile: „Alle reden von Natur. Ich betoniere sie zu“, womit der damalige Bausenator Wagner gemeint ist. Der Begriff „Beton-Eugen“ war geboren. Hauptsächlich geht es um Bebauungspläne auf der grünen Wiese, aber auch um „kleinere“ Probleme wie Straßenausbau, Verkehrsführung und Grünerhalt. Mit einer Auflage von 10 bis 15.000 Exemplaren wird die WUZ zu einem Medium, vor dem sich Politik und Verwaltung in Bezirk und Senat „fürchten“, zu schnell werden teils geheime Planungen bekannt, werden Namen von Verantwortlichen genannt.
In der Folge der Aktivitäten des Runden Tisches und der WUZ wird der Bezirk Wandsbek, speziell die Walddörfer zu der Region, in der die meisten Bürgerbegehren initiiert werden. Unangenehm für die Regierenden, echte Lehrstunden für die Bürgerinnen und Bürger.

Fast zwanzig Jahre sind seither vergangen, mancher Erfolg der Bürgerinitiativen ist von der WUZ vorangetrieben und mitgetragen. Doch sind mittlerweile auch viele „Kämpfer der ersten Stunde“ müde geworden, andere Themen wie z.B. soziale Auseinandersetzungen sind in den Vordergrund getreten. Auch denen fühlt sich die WUZ verpflichtet, berichtet nach wie vor aus den Brennpunkten.
Die WUZ ist Lesestoff nicht (nur) für die Parlamentarier aus Bezirk und Bürgerschaft, sie ist ein kleines „Zentralorgan“ für die Berichterstattung „von unten“ und erfreut sich mittlerweile fast vierwöchiger Beliebtheit. Das macht den „Erfinder“ auch ein Stückchen stolz!
Zu wünschen ist der WUZ ein langes (Über-)Leben und viele Anzeigenkunden, die dem Credo der Zeitung gesonnen sind.

Ralf Flechner, ehemaliger Herausgeber der WUZ (bis 2016)