Unsere 25.000 Seen brauchen besseren Schutz

Welttag der Seen 27.8.: Projekt „Naturschutztauchen“ rückt Bedeutung von Wasserpflanzen in den Fokus
Deutschlands Seen stehen unter Druck. Wasserqualität, Artenvielfalt und Wasserhaushalt vieler Gewässer verschlechtern sich. Zum UN-Welttag der Seen am 27. August fordert der NABU weniger Nährstoffeinträge, mehr natürlichen Wasserrückhalt und Grundwasserneubildung, die Wiederherstellung von Mooren und Wassereinzugsgebieten der Seen sowie die Wiederherstellung geschädigter Gewässer.

In Deutschland gibt es rund 25.000 Seen, von denen sich 91 Prozent in einem schlechten ökologischen Zustand befinden. Obwohl sie wichtige Lebensräume sind, fallen kleinere Seen unter 50 Hektar in Deutschland durch das Raster der amtlichen Überwachung. „Wir wissen zu wenig über den Zustand unter Wasser. Die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie sind nur mit einem regelmäßigen Monitoring aller Seen erreichbar“, betont NABU-Wasserreferentin Lucilia Westphal. Zugleich mahnt sie die konsequente Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung (WVO) und der Nationalen Wasserstrategie an.

Eine Schlüsselrolle für gesunde Seen spielen Wasserpflanzen. Sie produzieren Sauerstoff, binden Nährstoffe, stabilisieren Sedimente, bieten Unterschlupf und Nahrung für zahlreiche Tierarten. Gleichzeitig reagieren sie sensibel auf Veränderungen der Wasserqualität und sind dadurch wichtige Bioindikatoren. Hier setzt das Projekt „Naturschutztauchen“ von NABU und Verein Deutscher Sporttaucher an. Bundesweit erfassen geschulte ehrenamtliche Naturschutztaucher*innen Wasserpflanzenbestände und liefern wertvolle Daten für den Seenschutz.

Das Projekt zeigt, wie Citizen Science Monitoringlücken schließen und die amtliche Gewässerüberwachung ergänzen kann. So konnte die zur „Wasserpflanze des Jahres 2026“ gekürte Grundnessel inzwischen in mehr als 20 Seen nachgewiesen werden. Bisher galt die Art in Deutschland als extrem selten und regional bereits verschollen.

Hintergrundinfos:

Mit der Resolution 79/142 haben die Vereinten Nationen den 27. August zum jährlichen Welttag der Seen (World Lake Day) erklärt. 2026 findet er zum zweiten Mal statt. Die UN macht damit auf die Bedeutung von Seen für Biodiversität, Wasserversorgung, Ernährungssicherheit, Gesundheit und menschliches Wohlergehen aufmerksam. Zugleich verweist sie darauf, dass sich Wasserqualität, Wassermenge und die biologische Vielfalt vieler Seen weltweit verschlechtern.
Passend zum Welttag der Seen haben der Verein Deutscher Sporttaucher (VDST) und weitere Tauchverbände die Grundnessel (Hydrilla verticillata) zur Wasserpflanze des Jahres 2026 gewählt. Die Grundnessel ist enorm anpassungsfähig. Mithilfe spezieller Überwinterungsknospen kann sie schwierige Umweltbedingungen überstehen und sich zusätzlich über kleinste Pflanzenfragmente vermehren. Ihre hohe Photosyntheserate hilft, das Wasser sauber zu halten und Algenwachstum zu unterdrücken.

Weitere Infos zur Wasserpflanze 2026: www.NABU.de/Grundnessel

Projekt Naturschutztauchen: www.NABU-Naturschutztauchen.de

Pressemitteilung NABU

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