Unsere Moore brauchen Europa

Breites Bündnis fordert starkes LIFE-Programm
Weyland: LIFE verbindet europäische Ziele mit Naturschutz vor Ort und stärkt die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg

Zum Abschluss der internationalen „Power to the Peatlands“-Konferenz im niederländischen ’s-Hertogenbosch fordern der NABU, die weiteren Organisatoren sowie mehr als 300 Teilnehmende, darunter Vertreter*innen aus Wissenschaft und Wirtschaft, die EU auf, das LIFE-Programm auch im nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) 2028–2034 als eigenständiges Förderprogramm fortzuführen und mit ausreichenden Mitteln auszustatten. In einem Offenen Brief warnen sie davor, das bewährte Umwelt- und Klimaschutzprogramm in breiteren Finanzierungsinstrumenten aufgehen zu lassen.

Raphael Weyland, NABU-Büroleiter in Brüssel: „Moore zeigen besonders eindrücklich, wie unverzichtbar intakte Ökosysteme für Klimaschutz und Klimaanpassung sind. Doch sie stehen massiv unter Druck. Die Moorbrände im Hohen Venn haben uns das zuletzt deutlich vor Augen geführt. Wer Natur- und Klimaschutz in Europa ernst nimmt, darf jetzt nicht bei der Finanzierung sparen. Das bisher winzige LIFE muss als eigenständiges Programm erhalten und mit einem deutlich stärkeren Budget fortgeführt werden. Gerade beim noch recht dynamischen Schutz und bei der Wiederherstellung von Mooren ist es essenziell, dass LIFE Wissenschaft, Naturschutz, Landwirtschaft und Kommunen zusammenbringt, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Dieses erfolgreiche Konzept brauchen wir mehr denn je.“

Seit mehr als 30 Jahren fördert LIFE die praktische Umsetzung europäischer Umwelt- und Klimaziele mit innovativen und erfolgreichen Projekten über Ländergrenzen hinweg. Insgesamt 394 Projekte mit Bezug zu Mooren wurden in diesem Zeitraum gefördert. Allein in Deutschland wurde von 2000 bis 2025 Moorschutz mit 86 Mio. Euro unterstütz. EU-weit ist Deutschland damit der zweitgrößte Empfänger von Moor-Geldern aus dem LIFE-Programm.

Die Bedeutung von LIFE droht mit dem nächsten MFR geschwächt zu werden, warnen die zeichnenden Verbände. Wird die LIFE-Förderung in größere, allgemeine Finanzierungsinstrumente integriert, besteht die Gefahr, dass Umwelt- und Klimaschutz gegenüber anderen politischen Prioritäten ins Hintertreffen geraten. Dabei brauche es angesichts von Klimakrise und Artenverlust mehr und nicht weniger gezielte Investitionen in die Wiederherstellung der Natur.

Der NABU fordert daher gemeinsam mit den weiteren Unterzeichnern, LIFE als eigenständiges, von der EU-Kommission direkt mitverwaltetes Programm mit einem aufgestockten Budget im MFR 2028–2034 zu sichern. Auch künftig müssen zivilgesellschaftliche Organisationen und Netzwerke gleichberechtigt Zugang zu den Fördermitteln haben. „Europa hat sich weitreichende Ziele für den Schutz von Klima und Naturgesetzt. Entscheidend ist jetzt, dass es auch Anreize bereitstellt, um diese Ziele umzusetzen. LIFE ist dafür eines der wichtigsten Werkzeuge. Seine Stärke liegt gerade in seiner Eigenständigkeit und Offenheit für Akteure vor Ort. Diese europäische Erfolgsgeschichte darf nicht aufs Spiel gesetzt werden“, so Weyland.

Pressemitteilung NABU

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