LNG-Ausbau: erhebliche Risiken für das Klima

Greenpeace-Stellungnahme zum Fortbestand der Alarmstufe des Notfallplans Gas
Ein gestern veröffentlichter Report der US-Regierung bestätigt, dass der Ausbau von Flüssiggas-Kapazitäten (LNG) mit erheblichen Risiken für Klima, Wirtschaft und Gesundheit einhergeht. Gleichzeitig wird in Deutschland das LNG-Terminal in Wilhelmshaven vorübergehend stillgelegt, die Ankunft des zweiten schwimmenden Terminals wurde auf Anfang 2025 verschoben.

 

Mira Jäger, Greenpeace-Expertin für Klima und Energie, kritisiert, dass die Alarmstufe des Notfallplans Gas weiterhin fortbesteht:

“Die Bundesregierung hat allen Warnungen zum Trotz im Eiltempo teure Überkapazitäten für LNG geschaffen, die nun ungenutzt in der Nordsee liegen. Das Bundeswirtschaftsministerium rechtfertigt dieses Debakel mit der nach wie vor bestehenden Alarmstufe des Notfallplans Gas, deren Voraussetzungen überhaupt nicht mehr gegeben sind. Robert Habeck muss die Alarmstufe umgehend aufheben: Flüssiggas ist keine saubere Energie. Weitere Terminals steigern nur die Gewinne der fossilen Industrie. Steuergelder, die diese überflüssige Infrastruktur finanzieren, müssen stattdessen in den sozial gerechten Ausbau erneuerbarer Energien fließen.”

Pressemitteilung Greenpeace


US-Studie belegt Unvereinbarkeit von LNG-Ausbau und Energiewende:Deutsche Umwelthilfe fordert Moratorium und Überprüfung der Klimafolgen
Werden die LNG-Exportanlagen in den USA wie ursprünglich geplant gebaut, werden sie auch Erneuerbare Energien verdrängen und deren Ausbau behindern. Das zeigt eine neue US-Studie, die die Biden-Administration im Zuge des im Januar 2024 erlassenen LNG-Moratoriums in Auftrag gegeben hatte. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirft der Bundesregierung vor, die klimaschädlichen Pläne weiter zu befeuern: Mit dem Bau von LNG-Terminals in Deutschland hat sie die Nachfrage nach LNG erheblich erhöht.

Deutsche Gaskonzerne wie RWE und SEFE haben zudem langfristige Lieferverträge mit US-Terminalbetreibern abgeschlossen und damit notwendige Investitionen ermöglicht. An der Finanzierung sind auch die Landesbank Baden-Württemberg und die Deutsche Bank beteiligt.

Die DUH fordert einen Ausbaustopp für die LNG-Infrastruktur in Deutschland, solange die Umwelt- und Klimafolgen nicht geprüft wurden.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Die US-Studie zeigt Schwarz auf Weiß: Der von der Bundesregierung angetriebene LNG-Ausbau gefährdet die Klimaziele und die Energiewende. Gerade weil der zukünftige US-Präsident Donald Trump plant, das umweltschädliche Fracking von fossilem Gas auszuweiten, muss die Bundesregierung jetzt ein Moratorium für neue LNG-Anlagen erlassen. Bevor im Hauruckverfahren Fakten geschaffen werden, müssen sowohl die energiepolitische Notwendigkeit als auch die umwelt- und klimapolitischen Folgen geklärt werden. Beides hat die Ampel-Regierung versäumt. Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich Verantwortung zu übernehmen.“

Im vergangenen Jahr stammten 80 Prozent der deutschen LNG-Importe aus den USA, der Großteil davon Fracking-Gas. Fracking ist eine besonders umwelt- und klimaschädliche Methode, Gas zu fördern. Der künftige US-Präsident Donald Trump hat bereits angekündigt, die LNG-Exporte ungeachtet aller wissenschaftlichen Warnungen vor den Klimafolgen weiter zu erhöhen.

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz der DUH: „Mit dem Neubau der LNG-Terminals hat uns die Bundesregierung von einer fossilen Abhängigkeit in die nächste gesteuert. Als Sofortmaßnahme fordern wir neben einem Ausbaumoratorium ein sofortiges Import-Verbot von Fracking-Gas. Statt bloß den Dealer zu tauschen, müssen wir schnellstmöglich aus fossilem Gas aussteigen. Dafür muss die Energiewende in Deutschland weiter beschleunigt und der Green Industrial Deal in Europa konsequent umgesetzt werden.“

Pressemitteilung DUH

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