Verbraucherzentrale Hamburg rät vom Einbau

neuer Gas- und Ölheizungen ab – Anstieg der Emissionskosten in 2024 sorgen für Preisrisiken
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Hamburg rät Besitzerinnen und Besitzern einer Immobilie angesichts steigender Gas- und Ölpreise vom Einbau einer neuen Heizungsanlage ab. Auch wenn dies übergangsweise rechtlich noch möglich ist. Die Entwicklung der Emissionskosten zeige, dass mit Gas- und Ölheizungen erhebliche Preisrisiken verbunden sind, so die Verbraucherschützer.

 

Seit dem 1. Januar 2024 beträgt der CO2-Preis für Erdgas und Heizöl pro Tonne 45 Euro. Zuvor waren es 30 Euro. Ein weiterer Anstieg ist für die kommenden Jahre geplant. Hinzu kommt die höhere Mehrwertsteuer für Erdgas, die von den bislang reduzierten sieben Prozent voraussichtlich wieder auf 19 Prozent steigen wird, sowie die weggefallenen Energiepreisbremsen.

Energiekosten reduzieren

“Neben den Energiepreisen und den damit verbundenen Steuern und Abgaben ist der individuelle Energieverbrauch ausschlaggebend für die entstehenden Kosten”, so Silke Langhoff von der Verbraucherzentrale Hamburg. So könne etwa die nachträgliche Wärmedämmung eines Hauses mehr als 40 Prozent Heizkosten einsparen. “Eine weitere Stellschraube ist die Heizung selbst”, so Langhoff weiter. “In vielen Fällen arbeiten Heizungsanlagen ineffizient und haben zu hohe Temperaturen oder geben Wärme ab, die nicht gebraucht wird. Die Heizungsregelung bietet viel Potenzial, um diese Wärmeverluste zu verringern. Damit können Vorlauftemperaturen gesenkt und Heizzeiten an den Bedarf angepasst werden. Jede zentrale Heizung sollte darüber hinaus durch einen hydraulischen Abgleich optimiert werden. Eine Maßnahme, die vom Heizungsfachbetrieb durchgeführt wird. Auch der eigene Wärmeverbrauch kann reduziert werden, beispielsweise durch eine leichte Absenkung der Raumtemperaturen oder durch eine Reduzierung des Warmwasserverbrauchs.” Nicht zuletzt könne auch mit einem Anbieterwechsel Geld gespart werden.

Rechenbeispiel

Das Beispiel zeigt, wie stark die Heizkosten für ein Einfamilienhaus mit einem Heizenergieverbrauch von 15.000 Kilowattstunden Erdgas durch die Entwicklung des CO2-Preises voraussichtlich steigen werden:

Jahr CO2-Preis pro Tonne CO2-Preis pro kWh Mehrkosten durch CO2-Preis
2023 30 Euro + 7 % MwSt. 0,64 Cent ca. 96 Euro
2024 45 Euro + 19 % MwSt. 1,07 Cent ca.161 Euro
2025 55 Euro + 19 % MwSt. 1,31 Cent ca.196 Euro

Antworten rund ums Thema Heizung

Fragen zur Heizungsoptimierung und Heizungserneuerung beantwortet die Energieberatung der Verbraucherzentrale Hamburg in Kooperation mit den Hamburger Energielotsen. Hier erhalten Ratsuchende neben einem Vergleich der verschiedenen Heiztechniken auch Informationen zu Förderprogrammen. Die Beratung kann bei Bedarf auch vor Ort durchgeführt werden. Im Anschluss erhalten die Interessierten einen Standardbericht mit hilfreichen Tipps zum weiteren Vorgehen. Für den Heizungstausch werden in dem Bericht CO2-Einsparung, Investitions- und Betriebskosten anschaulich dargestellt.

Mehr Informationen und Anmeldemöglichkeiten unter: 040 248 32 250 (Telefonhotline der Hamburger Energielotsen bei der Verbraucherzentrale Hamburg)

Hinweis: Die persönlichen Beratungen der Verbraucherzentrale Hamburg (auch vor Ort) werden überwiegend vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert. Im Rahmen des Kooperationsangebotes “Hamburger Energielotsen” sind auch die aufsuchenden Beratungsformate für Hamburger Haushalte kostenfrei.

Die Hamburger Energielotsen sind eine Kooperation von Zebau gGmbH, Verbraucherzentrale Hamburg, der Bundesförderung für Energieberatung der Verbraucherzentrale und der Handwerkskammer Hamburg und arbeiten im Auftrag der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft der Freien und Hansestadt Hamburg.

Pressemitteilung Verbraucherzentrale Hamburg

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